<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><rss version="2.0" xmlns:media="http://search.yahoo.com/mrss/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"><channel><title>Nachrichten aus der  EvH RWL</title><description>Aktuelle Nachrichten und Termine aus der EvH RWL</description><link>https://www.evh-bochum.de/</link><language>de</language><pubDate>Tue, 12 May 2026 15:17:00 +0200</pubDate><generator>Contao Open Source CMS</generator><atom:link href="http://www.evh-bochum.de/share/nachrichten-efh-bochum.xml" rel="self" type="application/rss+xml" /><item><title>Forschungssymposium der Bochumer HAW am 10. Juni</title><description><![CDATA[<p>Unter dem Motto „Forschung verbindet – Mit Wissen Zukunft gestalten“ findet das diesjährige Forschungssymposium der Bochumer Hochschulen für Angewandte Wissenschaften an der THGA statt. Die Veranstaltung fördert gezielt den Austausch zwischen Forschenden aller Karrierestufen und unterschiedlicher Fachrichtungen.</p>]]></description><link>https://www.thga.de/forschung-und-transfer/forschung-an-der-thga/projektuebersicht/forschungssymposium-2026</link><pubDate>Tue, 12 May 2026 15:17:00 +0200</pubDate><guid>https://www.thga.de/forschung-und-transfer/forschung-an-der-thga/projektuebersicht/forschungssymposium-2026</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/2024_Forschungssymposium_HAW_Bochum%C2%A9HS_Bochum.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Jetzt anmelden: Neuer Alumni-Newsletter</title><description><![CDATA[<p><span style="font-size: 10.0pt; font-family: &#039;Arial&#039;,sans-serif;">Sie wollen mit der EvH Bochum verbunden bleiben? Wunderbar! Der neue Alumni-Newsletter bietet Einblicke in aktuelle Entwicklungen an der Hochschule, stellt spannende Praxisprojekte und kommende Veranstaltungen vor.</span></p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/alumni-netzwerk.html</link><pubDate>Mon, 11 May 2026 08:12:00 +0200</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/alumni-netzwerk.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/2026_Alumni_Kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>CHE-Hochschulranking 2026: Bestnoten für Soziale Arbeit</title><description><![CDATA[<p>Wer an der EvH Bochum Soziale Arbeit studiert, bewertet die Studienbedingungen positiv. Das zeigen die neuen Ergebnisse des CHE-Hochschulrankings 2026/27 für die Soziale Arbeit, die jetzt veröffentlicht wurden. Die Hochschule punktet vor allem mit Praxisnähe, der Betreuungssituation und der guten Unterstützung beim Studienstart.</p> <p>Am besten bewerten die Studierenden die allgemeine Studiensituation und die Betreuung durch Lehrende mit jeweils einem Durchschnittswert von 4,3 auf einer 5-Sterne-Skala. Auch die vielen Beratungs- und Unterstützungsangebote (4,2) an der EvH, die Berufs- und Praxisorientierung (4,1), das Lehrangebot (4,1) und die Ausstattung von Bibliothek und Räumlichkeiten am Campus (4,1) werden positiv beurteilt.</p> <p>In vier Kategorien landet der Studiengang Soziale Arbeit sogar jeweils in der Spitzengruppe: Die guten Kontakte in die Berufspraxis, die enge Verzahnung von akademischem und praktischem Wissen sowie die vielfältigen Unterstützungsmaßnahmen am Studienanfang schätzen die Befragten besonders hoch ein. Auch im Bereich kooperative Promotionen wird die Hochschule im Ranking der Spitzengruppe zugeordnet. Eine kooperative Promotion ist eine Doktorarbeit, die gleichzeitig an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften und einer Universität betreut wird, was den Vorteil hat, dass praxisnahe Erfahrungen mit wissenschaftlicher Tiefe kombiniert wird. An der EvH ist dies innerhalb von nur drei Jahren möglich.</p> <p><strong>Stark in Lehre und Betreuung </strong></p> <p>„Die Ergebnisse zeigen, dass unsere Studierende die Hochschule unterstützend und gut ausgestattet erleben“, sagt Prof. Dr. Kristin Sonnenberg, Dekanin im Fachbereich Soziale Arbeit, Bildung und Diakonie. „Besonders freut uns, dass unsere konsequente Praxisorientierung und die intensive Betreuung sichtbar werden – das sind zentrale Merkmale, die die EvH Bochum besonders auszeichnen. Wir wollen auch in Zukunft engagierte Menschen optimal für soziale Berufe qualifizieren. Die positiven Bewertungen sind darum wichtige Botschaften für Studieninteressierte, die noch Orientierung bei der Wahl ihres Studiengangs suchen.“</p> <p>Das Hochschulranking des Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) ist nach eigener Darstellung der umfassendste und detaillierteste Hochschulvergleich im deutschsprachigen Raum. Dabei sind die Befragungen strikt fachbezogen. Es erfolgt kein Vergleich ganzer Hochschulen über Fächer hinweg. An der Befragung zur Sozialen Arbeit an der EvH Bochum haben insgesamt 124 Studierende aus dem 3.-8. Fachsemester teilgenommen. </p> <h2>Ergebnisse</h2> <ul> <li>Alle Ergebnisse werden ab dem 07. Mai 2026 kostenlos auf <a href="https://studiengaenge.zeit.de/ranking">HeyStudium</a>, dem Portal zur Studienorientierung der ZEIT, zur Verfügung gestellt. Der DAAD veröffentlicht eine <a href="http://www.university-ranking.de">englischsprachige Version</a> des CHE-Rankings.<br><br></li> <li>Hier finden Sie eine <a href="https://methodik.che-ranking.de/datenauswertung/ergebnisberichte/">interaktive Karte</a>, auf der die jeweiligen Spitzenplatzierungen aller teilnehmenden Hochschulen mit wenigen Klicks zur Verfügung stehen.<br><br></li> </ul>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-che-hochschulranking.html</link><pubDate>Sat, 09 May 2026 11:01:00 +0200</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-che-hochschulranking.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20260507_EvH_Bochum_CHE-Hochschulranking_SArb_kachel.png" type="image/png" /></item><item><title>Pfingsten: Vorlesungsfrei &amp; Mensa geschlossen</title><description><![CDATA[<p>Bitte beachten Sie: Am <strong>25. Mai ist Pfingstmontag</strong> - wie an Feiertagen üblich bleibt die EvH Bochum an diesem Tag komplett geschlossen. Am <strong>26. und 27. Mai</strong> sind zusätzlich zwei vorlesungsfreie Tage. Es finden keine Lehrveranstaltungen statt. </p> <p>Auch <strong>Cafeteria und Mensa</strong> der EvH Bochum bleiben nach Angaben des AKAFÖ an diesen Tagen vollständig geschlossen:</p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-mensa-schließung.html</link><pubDate>Thu, 07 May 2026 16:22:00 +0200</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-mensa-schließung.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202605_Mensa_kachel.png" type="image/png" /></item><item><title>Jahresbericht 2025: „Vielfalt – Zusammenhalt – EvH halt!“</title><description><![CDATA[<p>Was bewegt Studierende, Lehrende und Mitarbeitende? Welche Themen prägen Gesellschaft, Forschung und Praxis? Interessante Antworten darauf liefert der jetzt veröffentlichte Jahresbericht 2025 der EvH Bochum. Unter dem Titel <strong>„Vielfalt – Zusammenhalt – EvH halt!“</strong> lädt er dazu ein, die vielen Facetten des Hochschullebens zu entdecken und die Menschen hinter den Projekten kennenzulernen.</p> <p>„Der Bericht zeigt eindrucksvoll: Die EvH Bochum ist weit mehr als ein Ort des Lernens. Sie ist ein Raum für Begegnung, Engagement und gesellschaftliche Verantwortung“, sagt EvH-Rektorin Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann. „Vielfalt wird hier nicht nur beschrieben, sondern wirklich gelebt – in Seminaren, Projekten und Initiativen. Gerade aus dieser Unterschiedlichkeit entsteht der besondere Zusammenhalt, der die Hochschule prägt.“</p> <p><strong>Ein Jahr voller Haltung und Highlights</strong></p> <p>2025 stand an der EvH ganz im Zeichen zentraler gesellschaftlicher Fragen: Mit einer neuen Diversitätsstrategie und klaren Leitlinien gegen Rechtsextremismus setzt die Hochschule deutliche Zeichen für ein respektvolles Miteinander und demokratische Werte. Gleichzeitig eröffnen neue Diskussionsformate, Podcasts und kreative Projekte Räume für Austausch und Reflexion.</p> <p>Auch in Forschung und Lehre zeigt sich die Hochschule zukunftsorientiert: Studiengänge wurden weiterentwickelt, neue duale Angebote vorbereitet und innovative Masterprogramme auf den Weg gebracht. Immer mit dem Ziel, Studierende bestmöglich auf die Herausforderungen sozialer, pädagogischer und gesundheitlicher Berufe vorzubereiten. Neben neuen Entwicklungen gab es 2025 auch Anlass zum Innehalten: Die Hochschule feierte 30 Jahre Pflegestudium – ein Meilenstein in der Akademisierung eines zentralen Berufsfeldes. Gleichzeitig nahm die EvH Abschied von prägenden Persönlichkeiten, die die Hochschule über viele Jahre gestaltet haben.</p> <p><strong>Menschen, die bewegen</strong></p> <p>Der Jahresbericht lebt von den Geschichten der Menschen hinter den Projekten: von engagierten Studierenden, die sich für mehr Chancengerechtigkeit einsetzen, von Lehrenden, die für ihre innovative Lehre ausgezeichnet werden, oder von Praxispartnern, die gemeinsam mit der Hochschule an Lösungen für drängende gesellschaftliche Fragen arbeiten. Und er zeigt die teils ungewöhnlichen Lernorte – vom Seminar im Bestattungsinstitut, auf dem Parkdeck oder in der Boulderhalle. Immer wieder wird deutlich: Lernen an der EvH ist praxisnah, kreativ und mitten im Leben.</p> <h2>Weiterlesen?</h2> <p>Ob bewegende Reportagen, spannende Forschungsprojekte oder persönliche Einblicke in den Campusalltag – der Jahresbericht 2025 lädt dazu ein, Seite für Seite entdeckt zu werden.</p> <p><strong><a href="https://www.evh-bochum.de/files/Dateiablage/hochschule/organisation/rektorat/EvH_Bochum_Jahresbericht_2025.pdf">&gt;&gt; Hier finden Sie den Jahresbericht 2025 zum Download.</a></strong></p> <p><strong><a href="https://www.evh-bochum.de/files/Dateiablage/hochschule/organisation/rektorat/EvH_Bochum_Jahresbericht_2025.pdf"><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20260429_EvH_Bochum_Jahresbericht_2026_cover_web.jpg" alt="" width="400"></a></strong></p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-presse-jahresbericht.html</link><pubDate>Wed, 29 Apr 2026 15:17:00 +0200</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-presse-jahresbericht.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20260429_EvH_Bochum_Jahresbericht_2026_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Soziale Arbeit dual: Neues Studienangebot</title><description><![CDATA[<p>Die EvH Bochum erweitert ihr Studienangebot um ein duales Modell im Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit. Im Mittelpunkt steht dabei ein klarer Mehrwert für alle Beteiligten: Studierende profitieren von einer engen Verzahnung von wissenschaftlichem Studium und beruflicher Praxis sowie von einer verlässlichen finanziellen Absicherung. Gleichzeitig gewinnen Praxispartner qualifizierte Nachwuchskräfte, die frühzeitig in die Arbeitsabläufe eingebunden sind und gezielt auf die Anforderungen des Sozialwesens vorbereitet werden. Vorbehaltlich der erfolgreichen Akkreditierung* startet der berufsbegleitende duale Bachelor-Studiengang Soziale Arbeit an der EvH Bochum bereits zum Wintersemester 2026/27.<br><br>„Das duale Studienmodell kommt der Lebensrealität vieler Studierender entgegen, die Studium und berufliche Tätigkeit miteinander verbinden möchten oder müssen. Eine entsprechende Vereinbarung mit den kooperierenden Einrichtungen sichert nicht nur die Finanzierung der Studienzeit, sondern dient zugleich der kontinuierlichen Qualifizierung im Arbeitsfeld“, sagt Studiengangsleiterin Prof. Dr. Kristin Sonnenberg. „Im Austausch mit unseren Partnerinstitutionen haben wir in den vergangenen Jahren immer stärker bemerkt, wie hoch das Interesse und der Bedarf an einem solchen dualen Modell ist.“<br><br>In sieben Semestern erwerben die Studierenden fundiertes Wissen in zentralen Disziplinen wie Sozialer Arbeit, Pädagogik, Psychologie, Ethik und Recht. Ziel ist es, Menschen in herausfordernden Lebenslagen professionell zu unterstützen und gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mitzugestalten. Im Fokus stehen dabei Werte wie soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und Vielfalt. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Partnerinstitutionen, die an der Entwicklung des Studienprofils beteiligt waren, entsteht ein innovatives Ausbildungsformat, das sowohl den Anforderungen der Praxis als auch den Ansprüchen eines modernen Hochschulstudiums gerecht wird.<br><strong><br>*Akkreditierung:</strong> <br>Die Akkreditierung eines Studiengangs ist ein formales Qualitätsprüfverfahren, bei dem externe Gutachter überprüfen, ob der Studiengang fachlichen, strukturellen und organisatorischen Standards entspricht. Erst nach einer vollständig positiven Bewertung wird bestätigt, dass der Studiengang die erforderlichen Qualitätsanforderungen erfüllt. Daher muss die EvH Bochum die endgültige positive Entscheidung noch abwarten, bevor der Studiengang, wie geplant, zum Wintersemester 2026/27 starten kann.</p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20260413_EvH_Bochum_Duales_Studium_web.jpg" alt="" width="400"><br><em>Mit dem neuen dualen Studienangebot in der Sozialen Arbeit wollen die Partner wissenschaftliche Ausbildung mit fundierter Praxiserfahrung verbinden. (© EvH Bochum)</em></p> <h2><br>Diese Partnerinstitutionen beteiligen sich bisher am dualen Studium:</h2> <ul> <li><a href="https://www.caritas-herne.de/">Caritasverband Herne e.V.</a></li> <li><a href="https://www.ejh-bochum.de/de/topic/10.wir-%C3%BCber-uns.html">Evangelische Jugendhilfe Bochum</a></li> <li><a href="https://www.essen.de/leben/soziales_und_arbeit/soziale_dienste/fachinformationen_soziale_dienste.de.html">Jugendamt Essen</a></li> <li><a href="https://planb-ruhr.de/">PlanB Ruhr gGmbH</a></li> <li><a href="https://www.bochum.de/Startseite">Stadt Bochum</a></li> <li><a href="https://overdyck-jugendhilfe.de/">Stiftung Overdyck</a></li> <li><a href="https://planb-ruhr.de/vir/">ViR gGmbH</a></li> </ul> <h2>Wie kann ich mich bewerben?</h2> <p>Interessierte können sich direkt bei der jeweiligen Partnerinstitution für das duale Studium bewerben. Beim Zustandekommen eines Arbeitsvertrages können sie nach Bewerbung an der EvH Bochum eingeschrieben werden.</p> <h2>Weitere Informationen: </h2> <p><a href="https://www.ich-will-sinn.de/studium/soziale-arbeit-dual">Hier finden Sie alle Informationen zum dualen Studiengang Soziale Arbeit (B.A.)</a></p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-presse-sarb-dual.html</link><pubDate>Wed, 15 Apr 2026 13:56:00 +0200</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-presse-sarb-dual.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20260413_EvH_Bochum_Duales_Studium_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>300 Studierende starten ins erste Semester</title><description><![CDATA[<p>Die Herausforderungen für unsere Gesellschaft werden immer komplexer: Fachkräftemangel, wachsende Diversität und komplexe soziale Anforderungen machen deutlich, wie wichtig gut ausgebildete Fachkräfte im Sozial-, Bildungs- und Gesundheitswesen sind. Zum Semesterstart an der EvH Bochum haben sich jetzt rund 300 neue Studierende bewusst für ein Studium entschieden, das sie darauf vorbereitet, Verantwortung in diesen wichtigen Bereichen zu übernehmen.</p> <p>So wie Lisa Kettler und Hoda Al-Qattan. Die beiden 20-Jährigen haben sich für den Bachelor-Studiengang „Heilpädagogik und Inklusive Pädagogik“ eingeschrieben. Hier lernen sie, Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Bedürfnissen bestmöglich zu unterstützen: „Es hat mich schon immer sehr interessiert, in die soziale Richtung zu gehen“, erzählt Hoda Al-Qattan. „Ich war vorher auf einer Fachoberschule für Sozialwesen und habe anschließend schon zwei Jahre in einer Behinderten-Werkstatt gearbeitet. Das hat mir sehr gut gefallen und mir gezeigt, dass ich gezielt Menschen mit Beeinträchtigung unterstützen möchte.“ Auch Lisa Kettler konnte beim Internationalen Jugendfreiwilligendienst erste prägende Erfahrungen sammeln: „Ich habe das vergangene Jahr in Schottland verbracht und dort sehr viel mit Menschen mit Beeinträchtigungen gearbeitet und zusammengewohnt. Dabei habe ich mich in diese Arbeit verliebt. Schon nach ein paar Wochen wusste ich, dass ich längerfristig in dem Bereich arbeiten möchte. Eine Freundin, die an der EvH gerade ihre Bachelor-Arbeit schreibt, hat mir die Hochschule empfohlen. Und hier bin ich!“</p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20260407_EvH_Bochum_%20Semesterstart_SoSe2026_web.jpg" alt="" width="500"><br><em>Hoda Al-Qattan und Lisa Kettler (v.l.n.r.) starten gemeinsam mit rund 300 Erstsemester-Studierenden an der EvH Bochum in eine neue Lebensphase. (© EvH Bochum).</em></p> <p><strong>Beliebteste Studiengänge </strong></p> <p>Zum Start des neuen Semesters zeichnet sich an der EvH ein vertrautes Bild ab: Der Bachelor-Studiengang „Soziale Arbeit“ bleibt der beliebteste Studiengang an der Hochschule. Rund 68 Prozent der Studienanfänger_innen haben sich hierfür entschieden. Bemerkenswert ist dabei, dass etwa jede zweite Person bereits eine Berufsausbildung abgeschlossen hat und das Studium gezielt zur Weiterqualifizierung nutzt – ein Trend, der sich seit einigen Jahren fortsetzt. Das hat auch insgesamt Auswirkungen auf die Altersstruktur: Rund 66 Prozent der Studienstarter_innen an der EvH sind älter das 23. (Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt laut Statistischem Bundesamt aktuell bei 19,6 Jahren.) Auf den weiteren Plätzen im Beliebtheits-Ranking folgt der Bachelor-Studiengang „Heilpädagogik und Inklusive Pädagogik“, für den sich 18 Prozent entschieden haben, sowie der Master-Studiengang „Soziale Inklusion: Gesundheit und Bildung“ mit einem Anteil von 10 Prozent. Die Studienplatzvergabe ist noch nicht gänzlich abgeschlossen – wegen noch laufender Losverfahren beziehen sich alle statistischen Angaben auf den 31. März 2026.</p> <p>Eins haben dabei alle Studiengänge gemeinsam: An der EvH stehen ein gutes Miteinander und viel Praxiserfahrung im Vordergrund. Das betonte auch Rektorin Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann bei der Begrüßung der Erstsemester im vollbesetzten Auditorium: „Wir begegnen uns hier auf Augenhöhe und wir laden Sie herzlich ein, mitzudiskutieren und sich zu engagieren. An der EvH haben sie viele Möglichkeiten, Praxiserfahrung zu sammeln und verschiedene Berufsfelder kennenzulernen. So erwerben Sie das Wissen und die Kompetenzen, um künftig Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen zu unterstützen und aktiv an der Gestaltung einer inklusiven, gerechten Gesellschaft mitzuwirken.“</p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-start-sommersemester.html</link><pubDate>Tue, 07 Apr 2026 11:43:00 +0200</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-start-sommersemester.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20260407_EvH_Bochum_%20Semesterstart_SoSe2026_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Neue Studie: KI in der Psychotherapie?</title><description><![CDATA[<p>Ob beruflicher Druck, Liebeskummer oder Einsamkeit – viele Menschen vertrauen sich inzwischen einem digitalen Assistenten an, um über psychische Belastung zu sprechen. KI-Chatbots wie ChatGPT oder Google Gemini versprechen Verständnis und Rat und stehen rund um die Uhr zur Verfügung. Dabei reagieren die virtuellen Helfer, trotz erster positiver Effekte, nicht immer so angemessen auf psychische Krisen wie Fachkräfte.<br><br>Welche Folgen ergeben sich daraus für die psychische Gesundheitsversorgung? Wie stehen Psychotherapeut_innen und Ärzte zu Künstlicher Intelligenz und fühlen sie sich ausreichend vorbereitet für ihren Einsatz in der Behandlung? Das hinterfragt Prof. Dr. Marc Augustin von der Evangelischen Hochschule Bochum (EvH Bochum) in seiner neuesten Studie. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie setzt sich schon länger mit KI und psychischer Gesundheit auseinander. Nun hat er mit Prof. Dr. Anke Schmeink, Mathematikerin und Leiterin des Lehrstuhls für Informationstheorie und Datenanalytik der RWTH Aachen, eine bundesweite Umfrage unter 335 ärztlichen und psychologischen Psychotherapeut_innen sowie Psychotherapeut_innen in Ausbildung durchgeführt, um ihre Einstellung und Kompetenzen zu KI zu untersuchen. <br><br><strong>Einsatz mit Maß</strong></p> <p>„Künstliche Intelligenz soll Psychotherapeut_innen und Ärzte unterstützen, aber nicht ersetzen“, sagt Prof. Dr. Marc Augustin. „Das empfehlen auch die Bundespsychotherapeutenkammer, die Bundesärztekammer und die Zentrale Ethikkommission.“ Außerdem entstehen mit dem EU AI Act und neuen Gesetzen klare Leitplanken für den KI-Einsatz in der sprechenden Medizin. Doch gerade für den reflektierten Einsatz in der psychischen Gesundheitsversorgung brauche es spezielle Kompetenzen, sagt der Bochumer Experte: „Eine in unserer Studie erfasste Kompetenz ist KI-Literacy. Das bezeichnet die Fähigkeit von Therapeut_innen, KI zu erkennen und abzuwägen, welche Vor- und Nachteile der Einsatz hat. Diese Fähigkeit war unter den Befragten jedoch nur mittelgradig ausgeprägt. Das steht im Widerspruch zu den Anforderungen, die der schnelle technische Fortschritt der KI mit sich bringt“, sagt Prof. Augustin. „So zeigen erste Studien, dass KI-Chatbots bei Depressionen und Angststörungen durchaus helfen können. Aber Fachkräfte müssen kritisch beurteilen können, für welche Person welches Angebot hilfreich ist und bei wem negative Folgen auftreten könnten.“ Mit ihrer Studie haben die Forschenden nun zunächst eine Bestandsaufnahme der Einstellungen und Kompetenzen psychotherapeutisch tätiger Fachkräfte vorgelegt. Die Ergebnisse sollen nun bestenfalls in Aus- und Weiterbildung einfließen, um gezielt Kompetenzen für einen verantwortungsvollen KI-Einsatz in der Psychotherapie zu entwickeln.</p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20260303_EvH_Bochum_KI_Psychotherapie_Prof._Dr._Marc_Augustin_%C2%A9EvH_Bochum_web.jpg" alt="" width="400"><em><br>Prof. Dr. Marc Augustin von der EvH Bochum setzt sich dafür ein, dass KI in der Psychotherapie verantwortungsvoll genutzt wird. </em><em>(© EvH Bochum)</em><br><br><strong>KI – eine Generationenfrage?</strong></p> <p>Besonders auffällig ist ein deutlicher Generationeneffekt. Jüngere Befragte verfügen über höhere KI-Kompetenzen und schätzen die Technologie insgesamt positiver ein als ältere Kolleg_innen. Sie fühlen sich kompetenter darin, KI-generierte Inhalte zu erkennen. Dies geht einher mit einer besseren Fähigkeit, Vor- und Nachteile abzuwägen. Technische Kompetenzen waren hingegen ausgesprochen niedrig ausgeprägt, sagt Prof. Dr. Anke Schmeink: „Die Fähigkeit, KI selbst zu designen oder zu programmieren, war praktisch nicht vorhanden, und das unabhängig von der Altersgruppe. Im Sinne einer gemeinsamen technischen Entwicklung erscheint jedoch das Wissen von Psychotherapeut_innen und Ärztinnen für die Gestaltung von KI besonders wertvoll. Sie können am besten beurteilen, welche Einsatzgebiete in der Psychotherapie sinnvoll sind und wie KI für die betreffenden Menschen und ihre Bedürfnisse angemessen gestaltet werden kann.“<br><br>Die Studie verdeutlicht, dass Fachkräfte nicht selbst programmieren müssen, um KI verantwortungsvoll in der Psychotherapie zu nutzen. Aber sie benötigen ein grundsätzliches Verständnis, um informierte Entscheidungen zu treffen, Grenzen zu erkennen und die Beziehung zu ihren Patient_innen zu schützen. Das Forschungsteam leitet aus den Umfrage-Ergebnisse klare Empfehlungen ab: „Damit Patient_innen von KI-gestützten Angeboten profitieren können und die therapeutische Verantwortung trotzdem klar beim Menschen bleibt, sollten Hochschulen und Ausbildungsinstitute berufsübergreifende und altersadaptierte Qualifizierungsangebote entwickeln. Dabei sollte die Stärkung reflexiver Kompetenzen im Mittelpunkt stehen: Wie bewerte ich KI? Wo liegen Chancen und Risiken? Und wie nutze ich KI-gestützte Tools verantwortungsvoll im Sinne einer menschlichen, zugewandten Psychotherapie?“</p> <h2>Weitere Informationen:</h2> <p>Die Studie ist im Forschungsprojekt 6G-ROTAM (BMFTR, Förderkennzeichen 16KIS2344) entstanden, in der <strong>Fachzeitschrift „Der Nervenarzt“</strong> erschienen und <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00115-026-01948-5">hier frei verfügbar</a>.</p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/RWTH_Aachen_Prof._Dr._Anke_Schmeink_%C2%A9Claudia_Fahlbusch.jpg" alt="" width="200"><br>Prof. Dr. Anke Schmeink, RWTH Aachen (© Claudia Fahlbusch)</p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/EvH_Bochum_Prof._Dr._Marc_Augustin_%C2%A9Projektelf_Aachen.jpg" alt="" width="200"><br>Prof. Dr. Marc Augustin, EvH Bochum (©Projektelf, Aachen)<br><br></p> <p style="text-align: right;"><em>Bochum, den 03. März 2026</em><br><br></p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/neue-studie-ki-in-der-psychotherapie.html</link><pubDate>Mon, 09 Feb 2026 09:16:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/neue-studie-ki-in-der-psychotherapie.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20260303_EvH_Bochum_KI_Psychotherapie_Prof._Dr._Marc_Augustin_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Fit für Soziales: EvH verabschiedet Absolvierende</title><description><![CDATA[<p>271 Studierende, unzählige Lernstunden und ein gemeinsamer Moment des Feierns: Mit einem Festakt am 5. Februar 2026 verabschiedete die Hochschule ihre Absolvierenden in einen neuen Lebensabschnitt. Besonders viele von ihnen beendeten ihr Bachelorstudium in den Studiengängen „Soziale Arbeit“, „Heilpädagogik und Inklusive Pädagogik“ sowie „Pflegepädagogik“. Auf Masterebene stellte der Studiengang „Management in sozialwirtschaftlichen und diakonischen Organisationen“ die größte Gruppe der Absolvierenden.<br><br>Mit ihren Kompetenzen in den Bereichen Soziales, Gesundheit und Bildung werden die Absolvierenden auf dem Arbeitsmarkt händeringend gesucht – insbesondere in diesen bewegten Zeiten, wie Hochschulrektorin Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann in ihrer Festrede betonte: „Die aktuellen gesellschaftlichen Krisen – der an Stärke gewinnende Rechtspopulismus, die Bedrohung von Demokratie und Rechtstaatlichkeit, die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten und die immer deutlich werdenden Konsequenzen des Klimawandels – stellen den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf eine harte Probe. Viele fühlen sich überfordert. Gleichzeitig nimmt – bei klammen öffentlichen Kassen – die soziale Ungleichheit zu. In dieser Zeit sind Sie es, von denen erwartet wird, individuelle Unterstützung zu geben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.“ Dazu gehöre nicht nur theoretisches und praktisches Wissen auf höchstem fachlichen Niveau, sondern auch Diskussions- und Reflexionskompetenz.</p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2025/2026_EvH_Bochum_Absvolvierende_Febr.2026_web.jpg" alt="" width="500"></p> <p><em>(© EvH Bochum)</em><br><br>An dem feierlichen Gottesdienst in der Evangelischen Lutherkirche in Bochum nahmen auch die Familien und Freund_innen der Absolvierenden sowie Angehörige der Hochschule teil. Die musikalische Begleitung teilten sich dieses Mal Kirchenmusiker Hans-Christian Tacke und das Chorprojekt der EvH. Diakonin Dr. Britta Lauenstein und Hochschulseelsorgerin Brigitta Haberland führten durch den Festakt. Sie bezeichneten den erfolgreichen Studienabschluss als „heiligen Moment“: „Dies ist in Ihren Augen vielleicht ein etwas veralteter Begriff, aber heute passt er einfach gut“, so Haberland. „Sie haben es wirklich geschafft und einen bedeutenden Abschnitt in ihrem Leben gemeistert – das ist so mega, dass der Verstand es nicht sofort begreifen kann.“ <br><br>Auch Anja Lukas-Larsen, selbst Absolvierende der Hochschule und jetzt Vorsitzende des <a href="https://foerderverein-evh-bochum.de/">Fördervereins</a>, gratulierte zum Abschluss: „Die EvH ist ein ganz besonderer, sozialer Ort, wo man nicht nur Punkte, sondern Perspektiven sammelt. Wo es nicht nur um Inhalte geht, sondern auch darum, eine echte Haltung zu entwickeln. Behalten Sie die EvH im Herzen und im Hinterkopf! Hier haben sie ein starkes Netzwerk aufgebaut, das auch über den Abschluss hinaus immens wichtig ist.“</p> <p style="text-align: left;"><em><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2025/2026_EvH_Bochum_Absvolvierende_Febr.2026_2_web.jpg" alt="" width="700"></em></p> <p style="text-align: left;"><em>(© EvH Bochum)</em></p> <p style="text-align: right;"><em>Bochum, den 09. Februar 2026</em></p> <p> </p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-presse-absolvierendenverabschiedung.html</link><pubDate>Fri, 16 Jan 2026 13:43:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-presse-absolvierendenverabschiedung.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2025/2026_EvH_Bochum_Absvolvierende_Febr.2026_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Studie zur Diskriminierung von Kurd_innen</title><description><![CDATA[<p>„Wir erfahren Diskriminierung – aber das bleibt unsichtbar.“ So beschreiben viele Münchner Kurd_innen ihre Lebensrealität. Sie sind fest verwurzelt in der Stadt, wurden oft hier geboren, leben und arbeiten in München und werden dennoch immer wieder mit Abwertung, Vorurteilen und Ausgrenzung konfrontiert. Die neue Studie „Münchner Kurd_innen – (Un-)sichtbare Realitäten zwischen pluralen Zugehörigkeiten und multidimensionaler Diskriminierung“ macht erstmals systematisch sichtbar, wie tief rassistische Diskriminierung in den Alltag der rund 28 000 Kurd_innen in München eingreift. Die Untersuchung wurde im Auftrag der Fachstelle für Demokratie der Landeshauptstadt München erstellt und unter Leitung von Prof. Dr. Çinur Ghaderi von der Evangelischen Hochschule Bochum (EvH Bochum) und ihrem Forschungsteam durchgeführt. <br><br>Methodisch verbindet die Studie quantitative und qualitative Zugänge: Eine standardisierte Befragung von über 200 Personen wird ergänzt durch 23 leitfadengestützte Einzelinterviews sowie neun Fokusgruppengespräche. So werden neben Zahlen und statistischen Befunden, auch Stimmen, individuelle Geschichten und Erfahrungen und aus dem Leben der Betroffenen sichtbar. Prof. Dr. Çinur Ghaderi, die an der EvH Bochum Psychologie lehrt, hat die Befragungen gemeinsam mit den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen Mary Lam (Psychologin) und Monique Kaulertz (Sozialwissenschaftlerin) ausgewertet. <br><br><strong>Mehrdimensionale Diskriminierung</strong><br><br>Auf der umfangreichen Datenbasis erforschte das Team, wie Zugehörigkeit erlebt wird und wie Diskriminierung wirkt. Ein zentrales Ergebnis ist die hohe Verbreitung von Diskriminierungserfahrungen. „Die Ausgrenzung und Diffamierung ist leider allgegenwärtig: 86,7 Prozent berichteten in den letzten zwölf Monaten von diskriminierenden Erfahrungen – im öffentlichen Raum, im Bildungssystem, am Arbeitsplatz oder im Kontakt mit Behörden. Die Erlebnisse reichen von herabwürdigenden Kommentaren über strukturelle Benachteiligungen bis hin zu körperlichen Angriffen“, sagt Prof. Ghaderi, die sich bereits in früheren Arbeiten mit antikurdischem Rassismus in Deutschland befasst hat.</p> <p>Zugleich zeigt die Studie, dass Kurd_innen häufig mehrfacher Diskriminierung ausgesetzt sind und daher viele ihr Kurdischsein als mehrfach belastend erleben: Einerseits schildern sie rassistische Diskriminierung durch die Mehrheitsgesellschaft, die sie anhand ihres Aussehens oder Namens als „fremd“ einordnet, unabhängig davon, wie lange sie in Deutschland leben oder welchen Pass sie besitzen. „Dieser Eindruck gleicht sich mit den Diskriminierungserfahrungen anderer Migrant_innen“, erklärt Prof. Ghaderi. „Darüber hinaus erleben Kurd_innen aber auch häufig Rassismus und Diskriminierung durch Angehörige anderer Gruppen, etwa aufgrund historischer oder politischer Spannungen.“</p> <p>Viele der beschriebenen Anfeindungen gehen den Berichten der Befragten nach von Gruppen aus, die in den Herkunftsstaaten der Kurd_innen zur Mehrheitsgesellschaft gehören. „Hier machen sich Ressentiments gegenüber Kurd_innen bemerkbar, die in den jeweiligen Herkunftsstaaten eine lange Geschichte haben – ein Aspekt, auf den auch der Begriff ‚antikurdischer Rassismus‘ Bezug nimmt“ erklärt Ghaderi. Als besondere Bedrohung werden dabei ultranationalistische und extremistische Akteure wahrgenommen, sagt die Expertin: „Diese Konflikte werden von der Mehrheitsgesellschaft ohne entsprechendes Vorwissen nicht erkannt. Auch Behörden werten solche Fälle oft nicht als rassistische Übergriffe, sondern als allgemeine Konflikte unter Migrant_innen. Das wurde in unseren Befragungen vielfach kritisiert.“</p> <p><strong>Stimmen aus der Community</strong></p> <p>In den Interviews wird deutlich, welche psychosozialen Folgen die permanente Diskriminierung hat: Eine Befragte schildert, sie sage oft lieber, sie komme „einfach aus Syrien“, um Diskussionen zu vermeiden. Ein anderer Interviewpartner beschreibt, wie schmerzhaft es sei, gleichzeitig als Münchner aufgewachsen zu sein und sich dennoch ständig erklären zu müssen. Eltern berichten, dass sie ihren Kindern raten, die kurdische Identität nicht überall offen zu zeigen, etwa in der Schule oder im Sportverein – aus Angst vor Ablehnung, Ausgrenzung und Gewalt. Mehr als die Hälfte der Kurd_innen fühlt sich durch die Diskriminierungserfahrungen stressbelastet.<br><br><strong>Kurdisch, deutsch, beides und darüber hinaus?</strong> <br><br>Ein weiteres Ergebnis der Studie betrifft die erlebte Identität: Vor allem jüngere Kurd_innen, die hier geboren und aufgewachsen sind, bezeichnen sich neben ‚kurdisch‘ auch als ‚deutsch‘. Eine Befragte beschreibt sich: „Ich sage immer: Ich bin ein Münchner Kindl und wir haben einen kurdischen Hintergrund“. Diese doppelte Selbstverortung steht jedoch in Spannung zur gesellschaftlichen Wahrnehmung: „Obwohl sie sich in München heimisch fühlen, erfahren viele Kurd_innen Abwertung aufgrund ihrer Herkunft – bis hin zu dem Vorwurf, mit Terrorismus in Verbindung zu stehen.“ Gleichzeitig fürchteten viele die Abschiebung in das Herkunftsland, aus dem die Familie einst vor Krieg, Gewalt und Unterdrückung geflohen war. Die Angst vor Abschiebung werde zusätzlich durch den wachsenden Einfluss rechtsextremer Kräfte in Deutschland verstärkt, erklärt Prof. Ghaderi.: „Für kurdische Menschen gibt es keine sicheren Herkunftsstaaten.“</p> <p><strong>Empfehlungen für die Stadtgesellschaft</strong></p> <p>Auf Grundlage der Ergebnisse formuliert die Studie konkrete Handlungsempfehlungen – von Sensibilisierungs- und Fortbildungsangeboten für Behörden, Lehrkräfte, Sozialarbeitende und Polizeikräfte über ein konsequentes Vorgehen gegen extremistische Netzwerke bis hin zur Stärkung zivilgesellschaftlicher Schutzräume, dem Ausbau kurdischsprachiger Beratungsangebote sowie der Schaffung von Empowerment-Räumen wie einem „Kurdischen Haus“ in München.</p> <p><strong>Fazit</strong></p> <p>Die Studie macht eindringlich klar: Diskriminierung ist keine Randerscheinung, sondern betrifft Kurd_innen in München in vielen Lebensbereichen und ist strukturell verankert. Ihre Forderungen nach Anerkennung und Schutz verdienen Sichtbarkeit – in Politik, Verwaltung und Gesellschaft. Die bisherige Resonanz auf die Studienergebnisse zeigt zugleich die große Bereitschaft, das Ausmaß ernst zu nehmen und Veränderungen anzustoßen – auch mit dem Ziel, Kurd_innen, die oftmals aus Gründen politischer Verfolgung und Krieg nach Deutschland gekommen sind, teils als Geflüchtete mit traumatischen Erlebnissen ein besseres Sicherheitsgefühl zu vermitteln und ihre Erfahrungen von Ausgrenzung und Rassismus sichtbar zu machen. <br><br>Die Studie bezieht sich auf München, doch die Befunde weisen auf übertragbare Mechanismen, die auch in anderen Städten und Kommunen und auch in Bezug auf andere minorisierte Gruppen wirksam sein dürften. Denn, so Prof. Ghaderi, die Untersuchung zeigt, wie lokale Diskriminierungserfahrungen mit transnationalen Gewalt- und Konfliktverhältnissen verwoben sind. In postmigrantischen Gesellschaften treffen Menschen aufeinander, deren Beziehungen durch historisch gewachsene Gewalt- und Machtverhältnisse geprägt sind. Diese wirken – oft unsichtbar für die Mehrheitsgesellschaft, aber hochwirksam für die Betroffenen unmittelbar in ihr Leben hinein. Schweigen und Silencing tragen dazu bei, diese Verhältnisse zu stabilisieren.</p> <p>Daher ist das Wissen um diese Zusammenhänge und das Wirken politischer Maßnahmen gegen Rassismus eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, so Prof. Dr. Çinur Ghaderi: „Wir müssen kontinuierlich Wissen über Geschichte und Erfahrungen aufbauen und die Sichtbarkeit und Sensibilisierung steigern, um den Zusammenhalt in einer vielfältigen, postmigrantischen Gesellschaft zu stärken – nicht nur in München, sondern bundesweit. Unsere Studie ist ein Beitrag dazu.“</p> <h2>Weitere Informationen:</h2> <p>Die vollständige Studie sowie einen Kurzbericht finden Sie hier auf dem Portal der Landeshauptstadt München zum Download: <br><a href="https://stadt.muenchen.de/infos/wissenschaftlichestudien.html"><strong>Münchner Kurd_innen – (Un-)sichtbare Realitäten zwischen pluralen Zugehörigkeiten und multidimensionaler Diskriminierung</strong></a></p> <p><br><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2025/2026_Prof._Dr_Cinur_Ghaderi_Forschungsteam_Studie_web%C2%A9Fachstelle_fuer_Demokratie.jpg" alt="" width="500"><br><em>Prof. Dr. Çinur Ghaderi von der EvH Bochum (Mitte) macht in ihrer Studie die Diskriminierungserfahrungen kurdischer Menschen systematisch sichtbar. </em><br><em>Hier mit Dr. Miriam Heigl (Fachstelle für Demokratie) und Monique Kaulertz (Sozialwissenschaftlerin). © Fachstelle für Demokratie</em><br><br></p> <p style="text-align: right;">Bochum, den 04. Februar 2026</p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-presse-studie-diskriminierung-ghaderi.html</link><pubDate>Thu, 15 Jan 2026 12:22:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-presse-studie-diskriminierung-ghaderi.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2025/2026_Prof._Dr_Cinur_Ghaderi_Forschungsteam_Studie_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Internationale Kooperation: Neuer Sammelband</title><description><![CDATA[<p>Wer erzieht die jüngsten Mitglieder der Gesellschaft – Familie, Staat oder Profession? Darum geht es im neu erschienenen Sammelband <strong>„International Perspectives on the History of Early Childhood Education. Institution – Family – Profession“</strong>, den <a href="https://www.evh-bochum.de/hauptamtlich-lehrende.html?show=29"><strong>Prof. Dr. Diana Franke-Meyer</strong></a> von der Evangelischen Hochschule (EvH Bochum) nun mit internationalen Fachkolleginnen veröffentlicht hat. Der Band beleuchtet aus internationaler Perspektive, wie sich das Verhältnis von Familie, Institution und Profession in der frühkindlichen Erziehung historisch entwickelt hat und warum diese Frage angesichts globaler Bildungsdebatten heute aktueller denn je ist. Der Fokus liegt dabei nicht auf internationalen Entwicklungen, sondern vielmehr auf der Bandbreite nationaler Perspektiven zu diesem Thema. Mitherausgeberinnen sind <a href="https://www.ph-gmuend.de/die-ph/lehrende/k/kasueschke-dagmar"><strong>Prof. Dr. Dagmar Kasüschke von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd</strong></a> und <a href="https://www.uni-bamberg.de/sozpaed/team/lehrstuhlinhaberin/"><strong>Prof. Dr. Rita Braches-Chyrek von der Otto-Friedrich-Universität Bamberg</strong></a>.<br><br>„Frühkindliche Bildung ist immer historisch gewachsen und zugleich politisch gerahmt“, betonen die Herausgeberinnen. „Erst im internationalen Vergleich wird sichtbar, welche Selbstverständlichkeiten wir in unseren jeweiligen nationalen Kontexten mitdenken – und welche Alternativen es gibt.“<br><br><strong>Zwischen Familie und Staat<br></strong><br>In Beiträgen aus unterschiedlichen Ländern untersuchen die Autor_innen, wie staatliche Eingriffe, gesellschaftliche Umbrüche und nationale Bildungstraditionen die frühkindliche Bildung geprägt haben. Betrachtet werden sowohl historische Entwicklungen seit der Industrialisierung als auch theoretische Perspektiven auf gegenwärtige Bildungssysteme. „Der Sammelband zeigt, wie sich die Rolle der Familie als primärer Ort der Sozialisation grundlegend verändert hat – und zwar vor dem Hintergrund öffentlicher Kinderbetreuung, sozialer Wohlfahrtsstrukturen und internationaler Bildungspolitiken“, sagen die drei Expertinnen.<br><br>Ein zentrales Anliegen des Bandes sei es deshalb, die Rolle der Kindheits- und Sozialpädagogik im Spannungsfeld zwischen Familie und Staat kritisch zu reflektieren. Die Beiträge analysieren familienpolitische Entwicklungen der letzten zwei Jahrhunderte und machen deutlich, dass sich hinter ihnen unterschiedliche gesellschaftliche Motive verbergen – von bevölkerungspolitischen Zielsetzungen über den Abbau von Bildungsungleichheiten bis hin zu emanzipatorischen Bestrebungen.<br><br><strong>Andere Länder, andere Erziehung?</strong><br><br>Was den Sammelband so besonders macht, ist auch die enge internationale Zusammenarbeit: Die drei Herausgeberinnen bringen Perspektiven aus verschiedenen Wissenschaftstraditionen zusammen und eröffnen damit einen differenzierten Blick auf frühkindliche Bildung im globalen Kontext. „Die internationale Vernetzung der Forschung ermöglicht es uns, historische Entwicklungen nicht isoliert, sondern in ihren Wechselwirkungen zu verstehen“, so Prof. Franke-Meyer, die sich besonders darüber freut, dass Kolleginnen aus den Universitäten Ankara, Prag, Bologna und der Hochschule Wien an der Publikation mitgewirkt haben. Mit diesen Kolleginnen kooperiert der EvH-Studiengang Elementarpädagogik/Kindheitspädagogik über das ERASMUS-Programm der Hochschule.<br><br>Der Sammelband richtet sich an Wissenschaftler_innen, Studierende und Fachkräfte der frühkindlichen Bildung sowie an alle, die sich für die historischen, politischen und gesellschaftlichen Grundlagen frühpädagogischer Praxis interessieren.<br><br></p> <p><a href="https://shop.budrich.de/produkt/international-perspectives-on-the-history-of-early-childhood-education/"><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202601_EvH_Bochum_Sammelband_Early_Childhood_Education_Cover_web.jpg" alt="" width="300"></a></p> <h2>Bibliografische Angaben</h2> <ul> <li><strong>International Perspectives on the History of Early Childhood Education. Institution – Family – Profession</strong>, herausgegeben von Dagmar Kasüschke, Diana Franke-Meyer und Rita Braches-Chyrek<br><a href="https://shop.budrich.de/produkt/international-perspectives-on-the-history-of-early-childhood-education/">Verlag Barbara Budrich</a>, erschienen im November 2025<br>ISBN: 978-3-8474-3153-4<br><br></li> <li>Der Sammelband ist gleichzeitig auch in deutscher Sprache erschienen: <br><strong>Internationale Zugänge zur Geschichte der Pädagogik der frühen Kindheit. Institution – Familie – Profession.</strong><br>ISBN: 978-3-8474-3154-1</li> </ul>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-presse-sammelband-PdfK.html</link><pubDate>Tue, 13 Jan 2026 08:39:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-presse-sammelband-PdfK.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/2026_EvH_Bochum_Publikation_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Dr. Stefan Niewöhner wird Kanzler der EvH Bochum</title><description><![CDATA[<p>Dr. Stefan Niewöhner übernimmt ab dem 1. April 2026 das Amt des Kanzlers an der Evangelischen Hochschule Bochum (EvH Bochum). Er wurde einstimmig vom Senat gewählt und vom Kuratorium der Hochschule ernannt. Dr. Niewöhner folgt auf Iris Litty, die im Herbst 2025 an die Universität Siegen gewechselt ist. Zu seinem Amtsantritt sagt der promovierte Jurist: „Ich erlebe die EvH Bochum als einen sehr diversen Lebens- und Lernort. Ich freue mich auf eine agile und dynamische Hochschule und darauf, die Zukunft als Teil eines motivierten Teams von Mitarbeitenden mitgestalten zu dürfen.“</p> <p>Dr. Niewöhner verfügt über Leitungserfahrung in unterschiedlichen Organisationen und Systemen und bringt an der EvH Bochum künftig seine Expertise in der Bewirtschaftung öffentlicher Fördermittel ein. Die Hochschule begleitet er bereits seit 2019 als Vorsitzender des Rechts- und Finanzausschusses im Kuratorium. Neben rechtlichen, wirtschaftlichen und strategischen Kompetenzen bringt der 50-Jährige eine hohe Affinität für Bildungsthemen mit – sowohl beim CVJM als auch als Lehrbeauftragter sammelte er berufspraktische Erfahrungen in der Jugendarbeit: „Und damit in einem der Handlungsfelder, das auch den EvH-Studierenden nach ihrem Abschluss offensteht. Ich hoffe, dass mir diese Perspektiven dabei helfen, die Hochschule mitzugestalten. Ich möchte vor allem dazu beitragen, attraktive Studien-, Lehr- und Forschungsbedingungen zu schaffen und damit die so wichtigen sozialen Berufsfelder zu stärken, in denen die Absolvierenden tätig werden.“</p> <p>Wie seine konkreten Ziele für die kommenden Jahre aussehen? „Es ist noch zu früh, auf diese Frage eine seriöse Antwort zu geben. Ganz allgemein lässt sich aber sagen, dass es mein Ziel ist, eine Hochschule mitzugestalten, die für Studierende, Lehrende, Forschende und für die weiteren Mitarbeitenden attraktive Bedingungen für die Entfaltung ihrer Kompetenzen und Persönlichkeitsprofile darstellt. Besonders beeindruckt mich, dass es sich bei der EvH um einen kirchlichen Ort handelt – damit ist die Hochschule ein im besten Sinne ‚unregelmäßiges Verb‘ in der Evangelischen Kirche. Ich sehe die Chance, dass sie auch Inspiration für die Trägerkirchen auf ihrem Weg zu einer vielfältigen Kirche sein kann.“<br><strong> </strong></p> <p><strong><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20251218_EvH_Bochum_Neuer_Kanzler_Dr._Stefan_Niew%C3%B6hner_%C2%A9Tanja_Hoffmann.jpg" alt="" width="500"></strong></p> <p><em>Management von Haushalt und Verwaltung: Dr. Stefan Niewöhner übernimmt das Amt des Kanzlers an der EvH Bochum. (© Tanja Hoffmann)</em></p> <p><strong><br></strong><strong>Langjährige Erfahrung in Kirche, Bildung und Bochum</strong></p> <p>Dr. Stefan Niewöhner hat an der Ruhr-Universität Bochum Rechtswissenschaften studiert und später berufsbegleitend an der Georg-August-Universität in Göttingen zum Thema „Das Assistenzkonzept zur Gewährleistung des medizinischen Selbstbestimmungsrechts von Kindern im Rahmen der Heilbehandlung“ promoviert. Anschließend war er sieben Jahre als Jugendbildungsreferent im Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM) in Stuttgart tätig, bevor er für sieben weitere Jahre die Leitung des CVJM Bonn übernahm. Als Dozent an der CVJM-Hochschule in Kassel sammelte er nebenberuflich viele Jahre Hochschulerfahrung. Seit 2018 ist Stefan Niewöhner bei der Evangelischen Kirche im Rheinland tätig – zunächst als Leiter der gemeinsamen Geschäftsstelle der Evangelischen Jugenden im Rheinland und in Westfalen und seit 2024 als Dezernent für „Außerschulische Bildung und Diakonie“. Hier verantwortete er auf konzeptionell-strategischer Ebene die Handlungsfelder Jugendarbeit, Friedensbildung und diversitätssensible, außerschulische Bildungsarbeit und kümmerte sich auch um die rechtlichen Fragen der außerschulischen Bildungsarbeit. Der 50-Jährige ist verheiratet, wohnt in Voerde am Niederrhein und hat drei Kinder.</p> <p style="text-align: right;"><em><br>Bochum, den 18. Dezember 2025</em></p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-niewoehner-kanzler.html</link><pubDate>Wed, 17 Dec 2025 14:58:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-niewoehner-kanzler.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20251218_EvH_Bochum_Neuer_Kanzler_Dr._Stefan_Niew%C3%B6hner_Kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Prof. Dr. Laing erhält Landeslehrpreis 2025</title><description><![CDATA[<p>Diversität, soziale Teilhabe und eine diskriminierungsfreie Gesellschaft sind die Themen, für die Prof. Dr. Lorenz Narku Laing brennt. Als Professor für Sozialwissenschaften und Rassismusforschung an der <strong>Evangelischen Hochschule Bochum (EvH Bochum)</strong> gibt er sein Wissen und seine Begeisterung an Studierende der Sozialen Arbeit weiter und unterstützt insbesondere Bildungsaufsteiger_innen in ihrer akademischen Laufbahn. Jetzt wurde sein Engagement mit dem Landeslehrpreis gewürdigt: Als Gewinner in der Preiskategorie „Lehre an Hochschulen für angewandte Wissenschaften“ erhält Prof. Laing 50.000 Euro für die Weiterentwicklung seiner Lehre. Der Preis wurde zum vierten Mal vom <a href="https://www.mkw.nrw/themen/wissenschaft/wissenschaftsfoerderung/landeslehrpreis-nordrhein-westfalen"><strong>Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW</strong></a> sowie vom Deutschen Stifterverband in insgesamt fünf Kategorien vergeben. Die feierliche Preisverleihung fand am 11. Dezember 2025 im Deutschen Bergbau-Museum Bochum statt. Über die Vergabe des Preises entscheidet eine Jury aus Lehrenden, Studierenden und Hochschuldidaktiker_innen.</p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2025/20251212_EvH_Bochum_Landeslehrpreis_NRW_Lorenz_Narku_Laing_Einzelbild.jpg" alt="Wissenschaftsministerin Ina Brandes zeichnet Prof. Dr. Lorenz Narku Laing (© EvH Bochum)" width="400"></p> <p><em>Prof. Dr. Lorenz Narku Laing wird von Wissenschaftsministerin Ina Brandes mit dem Landeslehrpreis 2025 ausgezeichnet. (© <span class="ng-star-inserted">MKWNRW/Ralph Sondermann</span>)</em></p> <p><br>Wissenschaftsministerin Ina Brandes würdigte den besonderen Einsatz der Lehrenden: „Die Hochschullandschaft in Nordrhein-Westfalen gehört zur internationalen Spitze. Das verdanken wir in besonderem Maße den Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern, die ihren Beruf als Berufung leben. Mit großem Engagement und didaktischer Exzellenz führen sie junge Menschen zu einem erfolgreichen Studienabschluss. Dabei leisten sie einen unschätzbaren Beitrag zur Persönlichkeitsbildung und zur Qualifizierung der Fachkräfte, die wir für unseren Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort brauchen. Ich danke allen Preisträgerinnen und Preisträgern für ihren leidenschaftlichen Einsatz.“ <br><br>Für Prof. Laing von der EvH Bochum, dem gute Lehre seit vielen Jahren am Herzen liegt, ist die Auszeichnung eine große Ehre: „Im Wissenschaftsbetrieb werden der Einsatz und die Leidenschaft für Lehre leider manchmal nicht genug wertgeschätzt. Forschung, Publikationen oder die Netzwerkpflege haben oft einen höheren Stellenwert, wenn es um die wissenschaftliche Karriere geht. Diese Auszeichnung rückt die Hochschullehre als wichtigen Bildungsauftrag in den Mittelpunkt. Gleichzeitig macht sie mir Mut für die Zukunft, dass ich auf dem richtigen Weg bin – schließlich bin ich noch ein relativ junger Hochschullehrer, sagt der 33-Jährige.<br><br>Viele seiner Coachings und Mentoring-Angebote hat er speziell auf die Unterstützung von Bildungsaufsteigern zugeschnitten – so wie er selbst einer war: Lorenz Narku Laing wurde in Mainz als Sohn eines Jamaikaners und einer Ghanaerin geboren. Als ehemaliges Hartz-IV-Kind und BAföG-Höchstsatz-Empfänger habe er immer wieder erlebt, wie Bildung vom Geldbeutel der Eltern abhänge, sagt der heutige Hochschulprofessor. Jetzt hilft er jungen Talenten, die sich um Stipendien bemühen oder ein Master-Studium im Ausland machen wollen: „Ich möchte etwas tun, das Menschen mit erschwertem Zugang zu Bildung hilft, leichter in der akademischen Welt Fuß zu fassen. Darum möchte ich mit dem Preisgeld Angebote entwickeln, die diese Personen gezielt dabei unterstützt, ihr Studium besser zu organisieren – vor allem hier im Ruhrgebiet, wo wir so viele Arbeiterkinder oder Menschen mit Migrationshintergrund haben. Das könnten besondere Schreibwerkstätten, Stipendienberatung und weitere digitale Inhalte sein, die meine Seminare ergänzen.“<br><br><strong>Vermittler zwischen den Welten</strong><br><br>Um über seine Themen zu sprechen, ist Prof. Laing überall unterwegs: Als Experte für Rassismusforschung ist er nicht nur ein gefragter Redner auf kirchlichen Veranstaltungen, in der Wissenschaft oder Wirtschaft. Er berät ebenso Sozialverbände, Politik oder kulturelle Organisationen. „Diese Intersektoralität – also, dass ich mich bewusst zwischen den verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft bewege und versuche, zu vermitteln – wurde von der Auswahlkommission besonders hervorgehoben“, sagt Prof. Laing. <br><br>In der Jurybegründung heißt es weiter: „Der Bildungsaufsteiger arbeitet an der Schnittstelle zwischen Sozialwissenschaft, politischer Bildung und Menschenrechtsarbeit. Er zeichnet sich durch eine herausragende Lehrkompetenz aus und bietet darüber hinaus Stipendien- und Beratungssprechstunden an, begleitet Studierende bei Bewerbungen, vermittelt Praktika sowie Auslandsaufenthalte und berät über Förderprogramme. Sein Wirken reicht zudem über die Hochschule hinaus. Durch Lehrvideos oder Praxis-Handreichungen beispielsweise trägt er sein Wissen über Vielfalt und Diskriminierung in breitere gesellschaftliche Kontexte und macht diese öffentlich zugänglich.“ <br><br>Diese wichtige Wirkung nach außen ist Prof. Laings persönlicher Antrieb: „Ich bin der Auffassung, dass wir als Hochschule den Auftrag haben, die Erkenntnisse unserer wissenschaftlichen Forschung in die Gesellschaft hineinzutragen und nicht nur hinter verschlossener Tür zu besprechen. Darum empfinde ich diesen Lehrpreis als besondere Bestärkung für meinen bisherigen Weg, leidenschaftlich Lehre zu betreiben, aber auch Interviews zu geben, politische Bildungsveranstaltungen zu begleiten und rassismuskritisches Wissen in die Gesellschaft zu tragen.“<br><br><strong>Junges, wichtiges Lehrgebiet</strong><br><br>Bei 52.000 Professuren in Deutschland haben derzeit nur drei eine offizielle Denomination im Bereich Rassismusforschung. Das belegen aktuelle Zahlen des Wissensnetzwerks Rassismusforschung: „Es ist also ein besonderer Leuchtturm, dass wir hier an der EvH Bochum eine solche Professur haben, die in der Hochschullandschaft noch sehr selten ist“, sagt Prof. Laing. „Die Auszeichnung und das damit verbundene Preisgeld, das ich jetzt in der Lehre einsetzen darf, helfen mir dabei, das Thema dauerhaft und strukturell in unserer Ausbildung in Sozial-, Gesundheits- und Bildungsberufen zu verankern und sichtbarer zu machen. Es ist ein Thema, nach dem unsere Gesellschaft ruft, und dass – leider – immer bedeutsamer wird, weil die Zahl der Personen, die von rassistischer Diskriminierung betroffenen sind, stetig zunimmt.“<br><strong><br>Kurzvita:</strong><br>Prof. Dr. Lorenz Narku Laing ist Professor für Sozialwissenschaften und Rassismusforschung an der EvH Bochum. Zuvor arbeitete er am Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft der LMU München, wo er in Politischer Theorie promovierte. Er absolvierte einen Bachelor in Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt und erhielt seinen Masterabschluss von der Zeppelin Universität in Politik- und Verwaltungswissenschaft. Er ist Vertrauensdozent der Hans-Böckler-Stiftung, Beirat der Fachzeitschrift „Diversity in Recht und Wirtschaft“ und war Mitglied im Expert_innenrat Antirassismus im Bundeskanzleramt. In den letzten Jahren nahm er Gastdozenturen an der McGill University und an der University of Birmingham wahr. Für sein Wirken als renommierter Diversityberater und -forscher wurde er bereits mit dem German Diversity Award 2023, als „40 unter 40“ vom Capital Magazin und dem Innovationspreis Ehrenamt der bayerischen Staatsregierung ausgezeichnet. Für seine Tätigkeit als Hochschullehrer wurde Lorenz Narku Laing mit dem „Best Teaching Award“ der Zeppelin Universität und als Finalist beim „Mentor of the Year“ von Netzwerk Chancen e.V. gewürdigt. Er ist Mitglied der Jury des Deutschen Afrikapreises und gewähltes Kirchenleitungsmitglied der rheinischen Landeskirche.</p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/landeslehrpreis-prof-laing.html</link><pubDate>Thu, 11 Dec 2025 12:25:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/landeslehrpreis-prof-laing.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2025/20251212_EvH_Bochum_Landeslehrpreis_NRW_Lorenz_Narku_Laing_Gruppenbild%20der%20Preistragenden_web.png" type="image/png" /></item><item><title>Prof. Dr. Carola Kuhlmann hält Abschiedsvorlesung</title><description><![CDATA[<p>Mit einer Abschiedsvorlesung hat sich Prof. Dr. Carola Kuhlmann nach mehr als zwanzig Jahren von der Evangelischen Hochschule Bochum (EvH Bochum) verabschiedet. Die bundesweit renommierte Sozialpädagogin und Expertin für die Geschichte der Sozialen Arbeit tritt in den Ruhestand.</p> <p>Prof. Dr. Kuhlmann prägte nachhaltig Lehre, Forschung und die akademische Selbstverwaltung der Hochschule seit ihrer Berufung im Jahr 2003. Seit 2010 leitete sie den Masterstudiengang „Soziale Inklusion: Gesundheit und Bildung“, war Vorsitzende des Prüfungsausschusses und gehörte zu den ersten Professorinnen, die Promotionen begleiteten. Darüber hinaus engagierte sie sich im Promotionskolleg NRW.</p> <p>In Forschung und Lehre setzte Prof. Dr. Kuhlmann zentrale Impulse – insbesondere zur Theorie- und Professionsgeschichte der Sozialen Arbeit und zur Geschichte der Heimerziehung, insbesondere der NS-Zeit und der 1950er bis 1970er Jahre. Sie forschte zu Erziehung und Gewalt, zu pädagogischen Konzepten der Familien- und Erziehungshilfen zu Fragen von Soziale Arbeit und Geschlecht sowie zu Bildungsbenachteiligung und Sozialer Inklusion. Besonders beachtenswert waren ihre Beiträge zur Theorie- und Professionsgeschichte der Sozialen Arbeit und zum Leben und Werk Alice Salomons. Auch die Geschichte der EvH Bochum hat sie untersucht und federführend an der Konzeption einer Ausstellung zum 50-jährigen Jubiläum der Hochschule mitgewirkt.</p> <p>Weit über Bochum hinaus bekannt ist sie für ihr umfangreiches Publikationswerk. Ihr Buch <a href="https://www.wochenschau-verlag.de/Geschichte-Sozialer-Arbeit-I/41689">„Geschichte Sozialer Arbeit I“</a>, das 2024 in bereits fünfter Auflage erscheint, gilt heute als Standardwerk des Fachs. In dem Lehrbuch gibt Carola Kuhlmann einen Überblick über die sozialgeschichtlichen Hintergründe, theoretischen Diskurse und fachlichen Entwicklungen von der Armenfürsorge über die Wohlfahrtspflege zur Sozialen Arbeit.</p> <p>„Mit ihrer historisch fundierten, theoretisch klaren und werteorientierten Perspektive hat Prof. Dr. Carola Kuhlmann die Sozialarbeit als wissenschaftliche Disziplin und gesellschaftlich verantwortliche Profession gestärkt“, sagt EvH-Rektorin Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann in ihrer Laudatio zum Abschied. „Sie hat damit die Themen und Debatten der letzten zwei Jahrzehnte in der Sozialen Arbeit maßgeblich mitgeprägt. Viele Studierende verdanken ihr wichtige Impulse für ihren beruflichen Weg – und nicht wenige wohl auch ihre Begeisterung für Theorie.“</p> <p>Die EvH Bochum dankt Prof. Dr. Carola Kuhlmann für ihr langjähriges Engagement, ihre wissenschaftlichen Leistungen und ihre große Verbundenheit mit der Hochschule.</p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20251217_EvH_Bochum_Abschied_Prof._Dr._Carola_Kuhlmann.jpg" alt="" width="500"><br><em>Abschied von der EvH Bochum: Rektorin Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann (li.) und Prof. Dr. Kristin Sonnenberg (re.) würdigten das über 20-jährige Engagement von Prof. Dr. Carola Kuhlmann (Mitte). </em></p> <p><strong>Kurzvita:</strong><br>Prof. Dr. phil. Carola Kuhlmann studierte von 1980 bis 1989 Erziehungswissenschaft, Evangelische Theologie und Soziologie in Göttingen und Münster. 1985 schloss sie ihr Studium als Diplompädagogin mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik ab und promovierte 1989 in Erziehungswissenschaft. Nach Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (1990/91) war sie von 1992 bis 1999 wissenschaftliche Assistentin am Institut für Sozialpädagogik, Weiterbildung und empirische Pädagogik der Uni Münster. Im Jahr 2000 habilitierte sie sich mit dem Thema „Erziehungswissenschaft mit besonderer Berücksichtigung der Sozialpädagogik“. Es folgten Vertretungsprofessuren in Vechta, Siegen und Bielefeld. Seit 2003 war Prof. Dr. Carola Kuhlmann Professorin für Erziehungswissenschaft an der EvH Bochum. Von 2004 bis 2010 hatte sie den Vorsitz des Prüfungsausschusses inne und leitete seit 2010 den Masterstudiengang „Soziale Inklusion: Gesundheit und Bildung“.</p> <p style="text-align: right;"><em>Bochum, den 10. Dezember 2025</em></p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-kuhlmann-abschiedsvorlesung.html</link><pubDate>Wed, 10 Dec 2025 14:32:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-kuhlmann-abschiedsvorlesung.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20251217_EvH_Bochum_Abschied_Prof._Dr._Carola_Kuhlmann_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>EvH Bochum vergibt Deutschlandstipendien</title><description><![CDATA[<p>„You&#39;ve got a friend in me“ tönt es aus den Lautsprecherboxen bei der feierlichen Vergabe der diesjährigen Deutschlandstipendien an der Evangelischen Hochschule Bochum (EvH Bochum). Passender könnte der musikalische Beitrag nicht sein. Denn genau das ist einer der Grundgedanken, die das Stipendienprogramm so besonders machen: Neben der finanziellen Förderung soll es engagierte Studierende und Partnerinstitutionen aus der Praxis zusammenführen. So wie Friederike Nagel, Studentin der Sozialen Arbeit, und ihre Fördernde Annika Machleit-Ebner, Direktorin der Personalentwicklung beim Evangelischen Verbund Augusta Ruhr (EVA Ruhr). <br><br><strong>Engagement in bewegten Zeiten</strong><br><br>„Ein gutes Miteinander in unserer Gesellschaft liegt mir sehr am Herzen“, sagt Friederike Nagel. „Darum wollte ich schon immer in einem Bereich arbeiten, in dem ich das soziale Klima aktiv mitgestalten und Menschen unterstützen kann – das scheint mir in diesen bewegten Zeiten wichtiger denn je.“ Als die 40-Jährige vor zwei Jahren ihr Studium an der EvH Bochum beginnt, bringt sie schon jede Menge Berufs- und Lebenserfahrung mit: Nach der Ausbildung zur Kinderpflegerin, schließt sie eine weitere Ausbildung zur Erzieherin an und engagiert sich zusätzlich als Systemische Beraterin in der Jugendhilfe. Dabei kümmert sich Friederike Nagel nicht nur um ihre eigene, dreijährige Tochter, sondern unterstützt auch ihre Schwester bei der Kinderbetreuung, damit diese Schichtdienst und Ausbildung gleichzeitig meistern kann. Auch älteren Menschen aus der Nachbarschaft hilft sie im Alltag oder bei Behördengängen. Trotz dieses hohen Pensums steht bei ihrem Notendurchschnitt eine 1 vor dem Komma. <br><br>So viel Power und Engagement zahlen sich aus: Friederike Nagel ist eine von insgesamt 13 Studierenden der EvH Bochum, die jetzt mit dem Deutschlandstipendium ausgezeichnet wurden. Das Stipendium fördert Studierende und Studienanfänger_innen, deren Werdegang herausragende Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt, ein Jahr lang mit 300 Euro monatlich. Die Hälfte kommt dabei vom Bund, die andere Hälfte von privaten Förderern. An der EvH Bochum sind dies unter anderem der Evangelische Verbund Augusta Ruhr, die BIGEST Pflegeschule Bochum, die Evangelische Stiftung Volmarstein und die Sparkasse Bochum.</p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202511_EvH_Bochum_Deutschlandstipendium_2025_EVA_Ruhr_2_web.jpg" alt="" width="500"><br><em>Win-Win für Fördernde und Geförderte (v.l.n.r.): Annika Machleit-Ebner vom EVA Ruhr und EvH-Studierende Friederike Nagel profitieren vom Deutschlandstipendium. (© EvH Bochum) </em></p> <p>Dieses Bündnis aus zivilgesellschaftlichem Engagement und staatlicher Förderung ist das Besondere am Deutschlandstipendium. Es ermöglicht den Aufbau eines Netzwerks und bietet ideelle Unterstützung wie Mentoring, Praktika oder Fortbildungen. „Dies ist für beide Seiten ein Mehrwert: Die Partner können Talente frühzeitig kennenlernen und gezielt fördern, während die Studierenden wertvolle Einblicke in die Praxis erhalten“, sagt Annika Machleit-Ebner vom EVA Ruhr. „Als großer evangelischer Träger möchten wir im Rahmen des Deutschlandstipendiums gesellschaftliche Verantwortung übernehmen und soziales Engagement unterstützen. Bildung und Qualifizierung verstehen wir dabei als durchgängige Aufgabe – von der Ausbildung über das Studium bis zur beruflichen Fort- und Weiterentwicklung. Die Evangelische Hochschule Bochum greift viele Themen auf, die gut zu uns passen, etwa Pflege, Teilhabe oder Diversität.“<br><br>Schon jetzt sei Friederike Nagel herzlich eingeladen, in die verschiedenen Bereiche hineinzuschnuppern: „Wir können Hospitationen in Senioreneinrichtungen, in der Kinder- und Jugendarbeit oder in einer unserer Kliniken anbieten – je nachdem, was zum Lebenslauf und Interesse passt.“<br><br>Der monatliche Zuschuss mache ihren Alltag jetzt hoffentlich entspannter, sagt Friederike Nagel: „Durch die finanzielle Entlastung kann ich jetzt den Fokus mehr auf mein Studium legen, vielleicht etwas weniger arbeiten. Außerdem würde ich mich gerne noch mehr für marginalisierte Gruppen stark machen. Dazu gehören Frauen, queere Menschen, aber auch viele andere Gruppen, die es in unserer Gesellschaft deutlich schwerer und oft wenig Möglichkeiten haben, sich selbst zu schützen oder ihre Interessen sichtbar zu machen. Ich möchte mich politisch – und auch in Zukunft beruflich – für eine Gesellschaft engagieren, die Verantwortung für den Schutz dieser Menschen übernimmt, und aktiv dazu beitragen, dass echte Chancengleichheit entstehen kann.“</p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202511_EvH_Bochum_Deutschlandstipendium_2025_Gruppe_web.jpg" alt="" width="500"><br><em>Gute Noten und viel Engagement: An der EvH Bochum profitieren dieses Mal 13 Studierende vom Deutschlandstipendium. (© EvH Bochum)</em><br><br><strong>Nicht nur gute Noten zählen</strong><br><br>Die Stipendiat_innen wählt die EvH Bochum in einem anonymisierten Bewerbungsprozess selbst aus. Die Auswahlkommission setzt sich aus Mitgliedern aller hochschulischen Statusgruppen zusammen. Dabei zählen aber nicht nur gute Noten, sondern ebenso soziales Engagement oder die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen. Bei der Vergabe der Stipendien werden ebenfalls Hindernisse im Lebens- und Bildungsweg der Bewerber_innen berücksichtigt. Die Stipendiat_innen erhalten das einkommensunabhängige Fördergeld in Höhe von 300 Euro pro Monat (zusätzlich zu BAföG-Leistungen) für mindestens zwei Semester und höchstens bis zum Ende der Regelstudienzeit. Die Bewerbungsphase findet jeweils im Sommer statt. Über den Start der Ausschreibung an der EvH Bochum werden alle Studierenden per E-Mail informiert.</p> <h2><a href="https://evh-bochum.px.media/share/1766393080QKlmdljLu2z0sZ">&gt; Bildergalerie von der Stipendienvergabe</a></h2> <h2><a href="http://www.evh-bochum.de/deutschlandstipendium.html">&gt; Deutschlandstipendium 2026: Jetzt beteiligen und neue Perspektiven fördern!</a></h2> <p> </p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/evh-bochum-vergibt-deutschlandstipendien.html</link><pubDate>Wed, 10 Dec 2025 09:47:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/evh-bochum-vergibt-deutschlandstipendien.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202511_EvH_Bochum_Deutschlandstipendium_2025_Gruppe_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Erste Absolventin der Vertiefungsspur ASD</title><description><![CDATA[<p>Kein Tag ist wie der andere im Jugendamt Hattingen – aber genau das gefällt Laura Schiprowski so gut an ihrer Arbeit. Die 24-Jährige unterstützt und berät Familien mit Betreuungsbedarf, moderiert Konflikte in der Trennungs- und Scheidungsberatung und kümmert sich mit viel Engagement um gefährdete Kinder und Jugendliche. Auf die herausfordernden Aufgaben im Jugendamt hat sie sich schon im Studium bestens vorbereitet: Laura Schiprowski ist nämlich die erste Absolventin der „Vertiefungsspur ASD“ an der Evangelischen Hochschule Bochum (EvH Bochum). In dem neuen Qualifizierungsangebot innerhalb des Bachelorstudiums Soziale Arbeit lernen Studierende das Arbeitsfeld des Allgemeinen Sozialen Dienstes (ASD) kennen und können schon früh ausloten, ob sie den komplexen Anforderungen gewachsen sind.</p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202512_EvH_Bochum_Erste_Absolvierende_Vertiefungsspur_ASD_Laura_Schiprowski_web.jpg" alt="" width="200"><br><em>Als Sozialarbeiterin stärkt Laura Schiprowski Familien – bestens vorbereitet durch die Vertiefungsspur ASD an der EvH Bochum. (© EvH Bochum)</em><br><br><strong>Kindeswohl an erster Stelle</strong><br><br>„Gerne würde ich Montagmorgens in Ruhe meine E-Mails checken und die Woche durchplanen, aber wenn das Telefon klingelt und ich den Hinweis bekomme, dass irgendwo ein Kind Hilfe braucht oder eine Kollegin Unterstützung benötigt, muss es schnell gehen. Dann gibt es in dem Moment nichts Wichtigeres für mich“, sagt die gebürtige Hattingerin, die jetzt für den Stadtteil Niederwenigern zuständig ist. Sie macht Hausbesuche, führt viele Gespräche, berät sich mit ihren Kolleg_innen zum weiteren Vorgehen und legt Ziele im sogenannten Hilfeplan fest. Manchmal muss die Sozialarbeiterin auch erst einmal einen sicheren Platz für gefährdete Kinder und Jugendliche finden und weitere offizielle Stellen benachrichtigen. „Das fordert natürlich ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl und Spezialwissen.“ Auch akute Gefährdungslagen, bei denen es um Missbrauch, Gewalt, Drogen oder Vernachlässigung gehe, schrecken sie nicht ab, sagt die junge Frau, die gerade erst ihr Studium beendet hat, aber schon so selbstbewusst und abgeklärt wirkt wie jemand mit vielen Jahren Berufserfahrung.<br><br>In der „Vertiefungsspur ASD“ an der EvH Bochum wurde Laura Schiprowski inhaltlich bestmöglich auf die herausfordernden Tätigkeiten vorbereitet: Auf dem Stundenplan stehen z. B. Gesprächsführung, Stellungnahmen vor Gericht, die klientenzentrierte Beratung oder eine „Fallwerkstatt“, in der die Studierenden echte Fälle theoretisch durchspielen und unter Anleitung Lösungswege entwickeln. Das verpflichtende Praxissemester verbringen die Studierenden außerdem in kooperierenden Jugendämtern. </p> <p>„Der Bedarf an Fachkräften ist hier riesig und wird es auch in Zukunft bleiben“, prognostiziert Fabian Leopold, Abteilungsleiter „Erzieherische Hilfen“ beim Jugendamt Hattingen: „Natürlich stellen wir bevorzugt Leute ein, die schon wissen, worauf sie sich einlassen. Wir brauchen ‚Überzeugungstäter‘ in unseren Reihen – also gut qualifizierte Menschen, die viel Herzblut und Flexibilität mitbringen.“ Eine der obersten Leitlinien im Hattinger Jugendamt lautet: „Kinder gehören nach Hause. Dafür müssen unsere Mitarbeitenden intensiv mit den häufig überforderten Eltern ins Gespräch gehen und immer wieder Unterstützung anbieten. Wenn diese tatsächlich angenommen wird und die Betroffenen bereit sind, an der Situation zu arbeiten, ist die Erfolgsquote wirklich gut“, sagt der Vorgesetzte, der ebenfalls seinen Abschluss an der EvH Bochum gemacht hat und sich auch eine Spezialisierung im Studium gewünscht hätte: „Eine Vorbereitung auf die wirkliche Arbeitsrealität etwa durch Schwerpunktmodule hätte mir im jeden Fall geholfen. Gut, dass es diese Möglichkeit jetzt gibt.“ Bestenfalls können durch die Angebote des Jugendamtes betroffene Familien befähigt werden, den Alltag wieder eigenständig zu meistern. „Das gehört zu den schönsten Seiten in unserem Beruf“, sagt Fabian Leopold.<br><br>Genau diese vielen Eventualitäten machen das Arbeitsfeld im Allgemeinen Sozialen Dienst für Laura Schiprowski so reizvoll: „Ich mag die tägliche Abwechslung. Keine Familie ist gleich, die Problemlagen sind extrem individuell und lassen sich nicht vergleichen. Es gibt also keine festen Muster, ich lerne jeden Tag etwas Neues dazu. Natürlich begebe ich mich dabei auch in unangenehme Situationen, die ich dann meistern muss. Die Arbeit ist sehr anspruchsvoll. Aber gerade das macht es so spannend. Ein klassischer Nine-to-five-Job wäre sicher nicht so erfüllend für mich.“ <br><br><strong>Passgenaues Angebot</strong><br><br>Mit dem erfolgreichen Abschluss der ersten Absolvierenden blickt die Hochschule positiv auf das Projekt: „Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich die neuen Inhalte gut mit individuell gestalteten Studienverläufen verbinden lassen und wir Studierenden damit ein attraktives Angebot zur fachlichen Vertiefung innerhalb von meist zwei Semestern bieten“, sagt Prorektor Prof. Dr. Dirk Nüsken.<br><br>Das Projekt „Vertiefungsspur ASD“ wird vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes NRW gefördert. Die Projektverantwortlichen an der EvH Bochum sind Prof. Dr. Dirk Nüsken, Prorektor für Forschung, Transfer und Internationales, und Marleen Steinbrich, wissenschaftliche Mitarbeiterin.</p> <p> </p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202512_EvH_Bochum_Erste_Absolvierende_Vertiefungsspur_ASD_Fabian_Leopold_Laura_Schiprowski_web.jpg" alt="" width="400"><br><em>Wichtiger Austausch: Mit Abteilungsleiter Fabian Leopold und ihren Kolleg_innen bespricht Laura Schiprowski die weitere Vorgehensweise (v.l.n.r.). (© EvH Bochum)</em></p> <h2><br>Weitere Informationen:</h2> <ul> <li><a href="https://go-asd.de/"><strong>https://go-asd.de/</strong></a></li> </ul> <p style="text-align: right;">Bochum, den 02. Dezember 2025</p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-absolventin-vertiefungsspur-asd.html</link><pubDate>Tue, 02 Dec 2025 10:03:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-absolventin-vertiefungsspur-asd.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202512_EvH_Bochum_Erste_Absolvierende_Vertiefungsspur_ASD_Laura_Schiprowski_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Jetzt bewerben: NRWege-Stipendien für Geflüchtete</title><description><![CDATA[<p>Die EvH Bochum vergibt im Sommersemester 2026 wieder NRWege-Stipendien für Studierende mit Fluchterfahrung, die Unterstützung zur Sicherung ihres Lebensunterhalts benötigen. Bewerben können sich geflüchtete Studierende aller Fachrichtungen – auch Studieneinsteiger_innen, die unmittelbar vor der Aufnahme ihres Studiums an der EvH Bochum stehen.</p> <p>Die Stipendien werden im Rahmen des Projektes<strong> „NRWege ins Studium“</strong> mit Mitteln des <a href="https://www.mkw.nrw/">Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) des Landes Nordrhein-Westfalen</a> gefördert.</p> <h2>Hinweise zur Bewerbung:</h2> <p><strong>Bewerbungsschluss ist der 11. Februar 2026.</strong> Alle weiteren Informationen finden Sie im Ausschreibungstext:</p> <ul> <li><a href="https://www.evh-bochum.de/files/Dateiablage/internationales/files/2026/Ausschreibung_NRWege-Stipendien.pdf">Ausführliche Ausschreibung</a></li> <li><a href="https://www.evh-bochum.de/files/Dateiablage/internationales/files/2026/Bewerbungsformular_NRWege-Stipendien_web.pdf">Bewerbungsformular</a></li> <li><a href="https://www.evh-bochum.de/files/Dateiablage/internationales/files/2026/Hinweise_fuer_Stipendien-Bewerber_innen.pdf">Hinweise für Bewerber_innen</a></li> </ul> <h2>Kontakt: </h2> <p><strong>Noch Fragen?</strong> <strong>Melden Sie sich gerne beim International Office:</strong><br>Monika Hörr<br>0234 36901-142<br><a href="mailto:International@EvH-Bochum.de">International@EvH-Bochum.de</a><br><br>Weitere Angebote für Geflüchtete finden Sie unter <a href="https://www.evh-bochum.de/angebote-fuer-gefluechtete.html"><strong>hier</strong></a>.</p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-stipendien-gefluechtete.html</link><pubDate>Mon, 01 Dec 2025 09:00:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2026-stipendien-gefluechtete.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/2025_Refugees_Kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Klar dagegen: Strategie gegen Rechts</title><description><![CDATA[<p>Die EvH Bochum hat Leitlinien zum Umgang mit Rechtspopulismus und Rechtsextremismus verabschiedet und setzt damit ein deutliches Zeichen für demokratische Kultur, Vielfalt und den Schutz ihrer Hochschulmitglieder. Die Hochschule reagiert damit auf ein gesellschaftliches Klima, in dem rechtspopulistische und rechtsextreme Positionen zunehmend an Sichtbarkeit und Einfluss gewinnen – auch an Hochschulen.<br><br>„Auch bei uns am Campus müssen wir leider mit rechtspopulistischen und rechtsextremen Einflüssen rechnen“, erklärt Rektorin Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann die neu verfassten Leitlinien. „Hier wollen wir Vorsorgen treffen, um gegebenenfalls konsequent handeln zu können. Als wissenschaftliche Institution und Ort gelebter Vielfalt trägt unsere Hochschule eine besondere Verantwortung: Sie schützt Studierende und Beschäftigte vor Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt und sichert zugleich die Freiheit von Lehre und Forschung. Die neuen Leitlinien verdeutlichen, dass rechtspopulistische und rechtsextreme Ideologien unvereinbar sind mit den Werten der EvH Bochum und ihrem gesetzlichen Auftrag, Gleichwertigkeit, Menschenwürde und demokratische Grundprinzipien zu verteidigen“, so Prof. Graumann weiter.</p> <h2>Die neuen Leitlinien beschreiben drei zentrale Handlungsbereiche:</h2> <ul> <li><strong>1. Sicherer Campus:</strong><br>Die EvH Bochum versteht sich als diskriminierungsfreien Raum. Rechtspopulistische oder rechtsextreme Äußerungen und Handlungen werden klar benannt, adressiert und – wo nötig – sanktioniert. Betroffene erfahren Unterstützung, Lehrende und Mitarbeitende Orientierung und Handlungssicherheit.</li> <li><strong>2. Lehre mit Haltung:</strong><br>Als Ausbildungsort für soziale, gesundheitliche und pädagogische Berufe bereitet die Hochschule ihre Studierenden darauf vor, rechtspopulistischen und rechtsextremen Argumentationen im Berufsalltag kompetent zu begegnen und gefährdete Gruppen zu schützen.</li> <li><strong>3. Forschung &amp; Transfer:<br></strong>Die EvH versteht sich als Ort politischer Bildung und gesellschaftlicher Auseinandersetzung. Forschung zu sozialer Ungleichheit, Rassismus, Migration, Gender, Queerness oder Disability ist zunehmend Ziel rechtspopulistischer Angriffe. Die Hochschule stellt sich schützend vor ihre Wissenschaftler_innen und betont: Es gibt kein politisches „Neutralitätsgebot“, das die kritische Thematisierung antidemokratischer Ideologien verbieten würde.</li> </ul> <p>„Der trügerische Mythos vom sogenannten Neutralitätsgebot ist schlichtweg falsch und eine Erfindung von repressiven Kräften wie der AfD. Damit sollen demokratiefördernde Bildung und eine kritische Haltung gegenüber ihrer demokratiefeindlichen Politik an Schulen und Hochschulen verhindert werden. Dabei ist genau das Gegenteil korrekt: Wir dürfen uns gar nicht neutral zu demokratiefeindlichen Bestrebungen verhalten. Als Hochschule sind wir vielmehr zu politischer Bildung und Transfer verpflichtet, die das Ziel verfolgt, unsere Demokratie und unseren Rechtsstaat zu schützen“, betont Prof. Graumann. <br><br>Mit den Leitlinien bekräftigt die EvH Bochum ihren Anspruch, ein sicherer, reflektierter und demokratischer Lernort zu sein – und aktiv Verantwortung in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft zu übernehmen.</p> <h2>Weitere Informationen:</h2> <p>Die neue<a href="https://www.evh-bochum.de/files/Dateiablage/hochschule/organisation/rektorat/2025_EvH_Bochum_Leitfaden_Umgang_mit_Rechtspopulismus_und_Rechtsextremismus_barrierearm.pdf"><strong> Leitlinie der EvH Bochum zum Umgang mit Rechtspopulismus und Rechtsextremismus</strong></a> finden Sie hier zum Download.</p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-leitlinien-gegen-rechts.html</link><pubDate>Thu, 27 Nov 2025 14:25:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-leitlinien-gegen-rechts.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/2025_EvH_Bochum_Leitfaden_gegen_Rechts_Portrait_Graumann_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Jubiläum: Drei Jahrzehnte Pflegestudium an der EvH </title><description><![CDATA[<p>Pflegenotstand war bereits im Jahr 1995 ein bestimmendes Thema im Gesundheitswesen: Damals gingen viele Beschäftigte auf die Straße, um bessere Arbeitsbedingungen in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen einzufordern. Die Evangelische Hochschule Bochum (EvH Bochum) reagierte auf den Fachkräftebedarf mit der Gründung des damals völlig neuartigen Studiengangs „Pflege“ – und gehörte damit zu den Vorreiterinnen in der Hochschullandschaft. Heute, 30 Jahre später, steht die Pflegebranche weiterhin unter erheblichem Druck: In Deutschland sind Ende 2024 rund 5,6 Millionen Menschen pflegebedürftig. Ihre Zahl hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Die Anstrengungen an der EvH, Pflegeberufe weiter zu akademisieren und so Versorgung zu verbessern, gehen darum unermüdlich weiter.</p> <p>„Die Situation verdeutlicht, dass der Fachkräftemangel kein vorübergehendes Phänomen ist, sondern strukturelle Ursachen hat – und dass die akademische Pflegeausbildung eine entscheidende Rolle spielt, um dem wachsenden Bedarf zu begegnen“, sagt Studiengangsleiterin Prof. Dr. Karin Tiesmeyer im Festakt zum Jubiläum. „Uns treibt schon immer die Frage an: Wie begeistern und qualifizieren wir mehr Leute für den Pflegeberuf?“</p> <p><strong>Ganz nah dran an der Praxis</strong></p> <p>Denn der tatsächliche Bedarf an Fachpersonal ist riesig groß. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat sich das Pflegestudium an der EvH Bochum immer weiter ausdifferenziert. Neben der Pflegewissenschaft kamen neue Bachelorstudiengänge in den Bereichen „Gesundheits- und Pflegemanagement“ und jüngst „Pflegepädagogik“ hinzu – gepusht von den vielen Praxispartnern der Hochschule und den Studierenden selbst. „Dadurch, dass unsere Studiengänge auf eine berufliche Qualifizierung aufbauen, bringen die Studierenden bereits viele Kompetenzen mit und wissen am allerbesten, wo die täglichen Herausforderungen im Beruf liegen“, berichtet Prof. Dr. Andrea Kuhlmann, Lehrende im Bereich Pflegepädagogik. Der Transfer zwischen Theorie und Praxis war darum von Anfang an ein wesentlicher Baustein in den unterschiedlichen Pflegestudiengängen der EvH.</p> <p>Und noch eins haben alle Pflegestudiengänge gemeinsam, so Prof. Kuhlmann weiter: „Es geht vor allem darum, eine wissenschaftliche Perspektive in die Praxis zu bringen und damit die Versorgung ganzheitlich zu verbessern. Wir wollen unsere Absolvierenden dazu befähigen, Veränderungsprozesse im Gesundheitswesen aktiv mitzugestalten. Darum geht es im Studium auch um Projektmanagement und Innovationen – also um die Fragen: Wie lassen sich neue Ideen strukturiert in Organisationen einführen? Welche technischen Hilfsmittel eignen sich, um die Versorgung zu verbessern?“</p> <p><strong>Pflege akademisieren, bessere Bedingungen schaffen</strong></p> <p>„Vor 30 Jahren setzten wir mit den ersten Pflegestudiengängen einen Meilenstein“, sagt Rektorin Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann in ihrer Festrede. „Dabei kam der Antrieb von Anfang an aus der Basis. Es war also ein echter Bottom-up-Prozess. Das Anliegen war und ist durch Akademisierung neue Perspektiven zu eröffnen, auf neue Bedarfe zu antworten und dabei die Menschen, in den Mittelpunkt zu stellen – Patient_innen, die unter immer komplexeren Bedingungen auf gute Pflege angewiesen sind und Pflegekräfte, die oft unter schwierigen Bedingungen arbeiten. Gleichzeitig wollen wir in diesen Themenfeldern Forschung betreiben. Aber im internationalen Vergleich ist bundesweit noch deutlich Luft nach oben.“ Sie fordert deswegen: „Pflege kann mehr – nun muss die Politik die richtigen Voraussetzungen dafür schaffen, dass das Knowhow auch dort ankommt, wo es so dringend gebraucht wird.“</p> <p>Dies sei eines der größten strukturellen Probleme, wenn es darum geht, in Zukunft eine Versorgungssicherheit zu garantieren, betont auch Prof. Tiesmeyer: „Zwar wurden in Deutschland intensiv Pflegestudiengänge aufgebaut, aber gleichzeitig hat man versäumt, die passenden Arbeitsplätze in der Praxis zu schaffen, also den akademisierten Pflegenwissenschaftler_innen andere, ganz neue Berufsperspektiven zu eröffnen.“ Dabei zeigten großangelegte Studien, dass etwa Sterberaten niedriger würden oder es zu weniger Komplikationen komme, wenn die Pflegekräfte entsprechend qualifiziert seien, so Prof. Tiesmeyer. „Wir sehen, dass sich die soziale Teilhabe erhöht und gleichzeitig die Patient_innen zufriedener sind. Auch die Pflegekräfte selbst sind zufriedener, wenn sie ihre Qualifikation sinnstiftend einsetzen können – das verbessert wiederum die Bindung von Beschäftigten. Und das brauchen wir unbedingt.“</p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202511_EvH_Bochum_30_Jahre_Pflege_2_web.jpg" alt="" width="500"><br><br><strong>Festakt zum Jubiläum</strong></p> <p>Zum 30. Geburtstag hatte die Hochschule viele Wegbegleiter_innen, Studierende und Akteure aus den kooperierenden Praxisinstitution eingeladen, darunter auch Klaus Meinert, ehemaliger Kanzler der Hochschule, der die Entwicklung des Studiengangs zusammen mit dem damaligen Rektor Herr Prof. Dr. Schmidt stark gefördert hat. Prof. Dr. Karin Tiesmeyer und Prof. Dr. Reinhard Lenz führten durch das Programm. Am Ende der Veranstaltung versammelten sich die Beteiligten noch zu einem „Stand-up für die Pflege“ – in einer angeregten Podiumsdiskussion tauschten sich Sabine Kesting, Pflegedirektorin Katholisches Klinikum Bochum​, Dr. Bodo de Vries aus der Geschäftsführung des Ev. Johanneswerks, Jürgen Drebes von der Pflegekammer NRW und Prof. Dr. Dieter Heitmann von der EvH Bochum​ über die kommenden Herausforderungen und mögliche Lösungen aus. Tenor: Pflege braucht mehr gesellschaftliche Anerkennung, eine gerechtere Vergütung und bessere politische Rahmenbedingungen.</p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202511_EvH_Bochum_30_Jahre_Pflege_web.jpg" alt="" width="500"><br><em>Die hauptamtlich Lehrenden in der Pflege setzen sich insbesondere für einen guten Theorie-Praxis-Transfer ein (v.l.n.r.): Prof. Dr. Andrea Kuhlmann, Prof. Dr. Karin Tiesmeyer, Prof. Dr. Miriam Ballschmieter, Prof. Dr. Reinhard Lenz und Prof. Dr. Birgit Schuhmacher. (© EvH Bochum)</em></p> <h2>Bildergalerie</h2> <p>Hier finden Sie unsere <a href="https://evh-bochum.px.media/share/1763628967ylO2ULCtOKy2JY"><strong>Bildergalerie vom Festakt</strong></a> zum 30-jährigen Jubiläum (©EvH Bochum).</p> <p style="text-align: right;">Bochum, den 19.11.2025</p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-30-jahre-pflege.html</link><pubDate>Wed, 26 Nov 2025 10:51:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-30-jahre-pflege.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202511_EvH_Bochum_30_Jahre_Pflege_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Neu an der EvH Bochum: Prof. Dr. Martin Weber</title><description><![CDATA[<p><strong>„Musik ist für mich ein Raum, in dem Vielfalt hörbar wird.“ Mit diesem Satz beschreibt Prof. Dr. Martin Weber treffend, was ihn als Musiker, Pädagoge und Forscher antreibt. Seit dem Wintersemester ist er Professor für Künstlerische Bildung und Musikpädagogik an der EvH Bochum. Seine Schwerpunkte: Improvisation, Inklusion und die Verbindung von künstlerischer Praxis mit pädagogischer Reflexion. Prof. Weber bringt langjährige Erfahrung aus der Förderschule, der inklusiven Pädagogik und aus der Hochschule mit. Gleichzeitig hat der 45-Jährige immer in Bands gespielt und steht bis heute mit verschiedenen Formationen auf der Bühne oder im Studio, u. a. mit dem Kabarettisten und Musiker Martin Zingsheim. An der EvH Bochum möchte er Studierende ermutigen, Musik neu und intuitiv zu erleben – als gemeinsamen, offenen Prozess. Im Interview erzählt er, welche Projekte er plant und worauf sich Studierende in seinen Seminaren freuen dürfen.</strong></p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20251111_EvH_Bochum_Prof._Dr._Martin_Weber_web.jpg" alt="" width="500"><strong><br></strong><em>Zwischen Renaissance und neuer Musik – von Nirvana bis Andrew Bird: Musikpädagoge Prof. Dr. Martin Weber will sich auf kein Genre festlegen. Seine Offenheit und seinen Hang zur Improvisation gibt er nun an die Studierenden der EvH Bochum weiter. (© EvH Bochum)</em><br><strong><br>Wie sah Ihr persönlicher Weg zur Musik aus?<br></strong><br>Tatsächlich spielen meine Eltern keine Instrumente. Für mich war Musik aber schon immer das Ausdrucksmittel meiner Wahl: Schon ganz früh habe ich mit Kochlöffeln auf Möbeln und Sofas getrommelt und sogar auf einem Eierschneider herumgezupft. Es war also relativ schnell klar, dass ich Instrumente brauche. Mein Onkel hat mir dann mein erstes Schlagzeug geschenkt, ein kaputtes aus den 60ern. Und irgendwann mit sieben habe ich Geigenunterricht bekommen – die Lehrerin war allerdings sehr streng. Mit 14 habe ich darum wieder aufgehört, die Geige über den Verstärker angeschlossen und in Rock- und Punkbands gespielt. Ich bin sozusagen ‚Nirvana-sozialisiert‘. Über die Improvisation habe ich aber schließlich meinen Weg in die Klassik zurückgefunden und auch Musik anderer Kulturen und Freie Improvisation für mich entdeckt. Ich danke meinen Eltern und meiner Schwester, dass sie immer alles ausgehalten und unterstützt haben.</p> <p><strong>Jetzt haben Sie die Professur für Künstlerische Bildung und Musikpädagogik an der EvH übernommen. Wie möchten Sie Ihre Erfahrungen aus Lehramt und Sonderpädagogik hier einbringen?</strong></p> <p>In meiner neuen Aufgabe an der EvH Bochum kommen jetzt alle Aspekte meiner bisherigen Arbeit zusammen: Künstlerisches trifft Sozialpädagogik, Musikpraxis trifft Forschung. Insofern ist die Stelle ein Riesenglücksfall für mich – nicht zuletzt, weil ich in der künstlerischen Bildung mit einem so großartigen, diversen Team arbeiten darf. Mein Hauptanliegen in der Lehre ist, die Studierenden zu motivieren, selbst musikalisch-gestalterisch tätig zu werden und Musik als nonverbale Ausdrucksform zu entdecken. Dabei geht es auch darum, Zutrauen in die eigenen musikalischen Fähigkeiten zu gewinnen und musikpädagogische Konzepte zu entwickeln. Mich interessieren vor allem die Voraussetzungen, die nötig sind, damit Menschen kooperativ musikalisch zusammenzukommen – egal, ob ich in der Kita-Gruppe bin, mit Demenzkranken arbeite oder mit Menschen mit Behinderung. Welche Hemmungen oder Barrieren gibt es hier ggf. und wie kann ich meine musikalische Praxis darauf abstimmen? Das will ich gemeinsam mit den Studierenden erarbeiten.</p> <p><strong>Was bedeutet für Sie „Vielfalt“ in Verbindung mit Musik?<br><br></strong>Beim Musikmachen muss man aufeinander hören und sich auf andere einlassen – daraus ergeben sich sinnstiftende Begegnungsmöglichkeiten über Sprachbarrieren hinweg. Musik ist für mich ein Raum, in dem Vielfalt hörbar wird. Genau diese Erfahrungen möchte ich an der EvH weiter fördern. Im Programm „Bachelor &amp; More“ biete ich dieses Semester ein Blockseminar an, in dem wir uns zu einem interkulturellen Musikensemble zusammenfinden. Wir beschäftigen uns mit den musikalischen Hintergründen der Teilnehmenden, befassen uns mit verschiedenen Kulturen und schauen, was sich daraus entwickelt. Langfristig könnte ich mir auch vorstellen, dass Interessierte hier aus der Nachbarschaft der Hochschule, vielleicht Menschen mit Fluchthintergrund, bei einem solchen Ensemble mitmachen. Gleichzeitig ist auch Inklusion ein Querschnittsthema, das ich den Studierenden musikalisch näherbringen will, weil es in ihrer späteren Arbeit eine wichtige Rolle spielt. <br><br><strong>In Ihrer Dissertation und weiteren Publikationen haben Sie sich mit Gruppenimprovisation und inklusiven Lernformen beschäftigt. Wie wichtig sind Ihnen solche Formate in der Lehre?</strong><br><br>Das finde ich einfach super spannend: Wir haben einerseits Leute, die noch nie etwas mit Musik zu tun hatten, andererseits sehr ambitionierte Studierende, die künstlerisch sehr weit sind und eigene Musikprojekte haben – wie bringt man diese Heterogenität zusammen? Wie gelingt das gemeinsame Musizieren? Wie kommen wir in einen gleichen Rhythmus? Eine gute Möglichkeit ist die Improvisation, die einerseits sehr niedrigschwellig sein kann – alle können mitmachen – auf der anderen Seite aber auch Chancen bietet, mit dem eigenen Anspruchsgrad partizipieren zu können. Hier gibt es Übungen und Methoden aus der Sonderpädagogik oder der Community Musik, die ich Schritt für Schritt mit den Studierenden erproben möchte. Ich bringe also nicht die Noten mit und alle spielen dasselbe, sondern wir schauen ganz individuell, welche Voraussetzungen die Leute mitbringen und entwickeln uns von dort aus weiter.</p> <h2>Kostprobe gefällig?</h2> <p>Im November ist Prof. Dr. Martin Weber von der EvH Bochum gleich in zwei Radioshows zu hören: Am 30. Oktober 2025 wurden im großen Sendesaal des Deutschlandfunks vor vollbesetztem Haus zwei Folgen der politischen Radiosendung „Querköpfe“ aufgezeichnet. Unter dem Motto „Machen statt meckern – was passiert, wenn alle mit anpacken?“ diskutierten Gäste aus Kabarett, Politik und Gesellschaft, darunter Wilfried Schmickler und Mayra Vriesema.</p> <p>Durch die Sendung führt Gastgeber Martin Zingsheim, begleitet von der Deutschlandfunk-Showband mit Martin Weber (Violine), Claus Schulte (Schlagzeug) und Nils Wittmann (Klarinette). Weber begleitete dabei u. a. die Sängerin Anna Depenbusch.</p> <p>Beide Sendungen sind in der <a href="https://www.deutschlandfunk.de/querkoepfe-100.html">Mediathek des Deutschlandfunks</a> abrufbar und werden ausgestrahlt am:</p> <ul> <li><strong>Teil 1: 5. November 2025 | 21:05 Uhr – „Querköpfe“, Deutschlandfunk</strong></li> <li><strong>Teil 2: 12. November 2025 | 21:05 Uhr – „Querköpfe“, Deutschlandfunk</strong></li> </ul> <p>Darüber hinaus wirkte Weber gemeinsam mit Martin Zingsheim (Moderation) beim WDR 5 Kabarettfest mit, das am 2. November 2025 im Düsseldorfer Kom(m)ödchen aufgezeichnet wurde.</p> <ul> <li><strong>Ausstrahlung: „Unterhaltung am Wochenende“ – 15. November 2025, 15:04 – 17:00 Uhr | WDR 5</strong></li> </ul> <p><strong><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/DLF_Weber_Zingsheim_%28c%29%20Thomasz%20Kujawinski.jpg" alt="" width="300"><br></strong><em>© Thomasz Kujawinski</em></p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-neu-an-der-evh-prof-martin-weber.html</link><pubDate>Tue, 11 Nov 2025 15:21:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-neu-an-der-evh-prof-martin-weber.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/20251112_EvH_Bochum_Prof._Dr._Martin_Weber_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Triage: Gesetzgebung darf kein Flickenteppich werden</title><description><![CDATA[<p>Mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 4.11.2025 geht der gesetzgeberische Auftrag, menschenrechtsorientierte Regelungen für Triage-Situationen zu schaffen, an die Länder über. Das <a href="https://www.bodys-wissen.de/bodys.html"><strong>Bochumer Zentrum für Disability Studies (BODYS)</strong></a> sieht in dem Urteil Risiko und Chance zugleich.<br><br>Triage bedeutet, dass in Zeiten knapper medizinischer Ressourcen, etwa in Pandemie-Situationen, medizinisches Personal Entscheidungen über die (Weiter-)Behandlung von Patient_innen treffen muss. Dabei kann es aufgrund von Vorurteilen und Stigmatisierungen zu Diskriminierungen von Menschen kommen, denen z. B. aufgrund von Behinderung, Vorerkrankung oder Alter eine geringere Lebenserwartung zugeschrieben wird. Um das zu verhindern, wurde die Bundesregierung zur Schaffung einer rechtlichen Regelung verpflichtet (BVerfG, Beschluss vom 16. Dezember 2021 – 1 BvR 1541/20), die das zweite Gesetz zur Änderung des Infektionsschutzgesetzes vom 10.11.2022 umsetzen sollte. Das Gesetz blieb jedoch weit hinter den Anforderungen an Diskriminierungsschutz und den Forderungen behinderter Menschen zurück (siehe BODYS-Meldung „<a href="https://www.bodys-wissen.de/beitrag-anzeigen/triage-gesetz-bleibt-selektionsgesetz.html">Triage-Gesetz bleibt Selektionsgesetz vom 14.11.2022</a>“).<br><br>Das nun ergangene Urteil des Bundesverfassungsgerichts greift eine Klage der Vertreter_innen der Ärzteschaft auf, wonach die Regelung des Bundes unzulässigerweise in die Berufsfreiheit der Ärzt_innen eingreife. Das Bundesverfassungsgericht gibt der Klage statt, aber nur insofern, als es feststellt, dass die gesetzgeberische Kompetenz gar nicht beim Bund, sondern bei den Ländern liege. Das bedeutet, das Bundesgesetz ist hinfällig und die Bundesländer müssen unverzüglich menschenrechtskonforme Triage-Regelungen in ihre Gesetzgebung aufnehmen.<br><br>Zu befürchten ist allerdings, dass nun ein „Flickenteppich“ von Regelungen entsteht, der zu Unübersichtlichkeit und Verunsicherung in der Praxis führt und damit den Schutz vor Diskriminierung behinderter, vorerkrankter und älterer Menschen gefährdet. BODYS fordert daher gemeinsam mit dem Runden Tisch Triage und dem Deutschen Institut für Menschenrechte einheitliche, diskriminierungsfreie Triage-Regelungen auf Landesebene zu schaffen, die nicht hinter den Stand des Infektionsschutzgesetzes (Verhinderung von Ex-Post-Triage) zurückbleiben und die verfassungsrechtlichen Anforderungen umsetzen. Es ist daran zu erinnern, dass auch die Bundesländer an die Empfehlungen des Fachausschusses der Vereinten Nationen zur Behindertenrechtskonvention gebunden sind. Der Ausschuss forderte 2023, unter Beteiligung der Selbstvertretungsorganisationen behinderter Menschen Regelungen für einen effektiven Schutz vor indirekten und direkten Diskriminierungen in Triage-Situationen zu schaffen.<br><br>Genau darin – in der Aufgabe für die Länder – sieht BODYS auch eine Chance: für diskriminierungsfreie Triage-Regeln, die dem neoliberalistischen Diktum von „Survival of the fittest“ eine deutliche Absage erteilen.<br><br><strong>Kontakt</strong> <br><strong>Prof. Dr. Kathrin Römisch </strong>(BODYS-Leitung) <strong><br></strong>E-Mail: <a href="mailto:bodys@evh-bochum.de">bodys@evh-bochum.de</a> <br>Tel: 0234/36901-257<br><br>----------------------------</p> <h2>Statement von Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann, Rektorin der EvH Bochum</h2> <p>„Während der Pandemie stand die reale Befürchtung im Raum, dass behinderte Menschen bei ärztlichen Entscheidungen um knappe Intensivbetten benachteiligt werden. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem Beschluss vom 16. Dezember 2021 vorgeschrieben, dass dieser Gefahr gesetzlich vorgebeugt werden muss. Der jetztige Verfassungsgerichtsbeschluss stellt dies nicht inhaltlich in Frage, sondern sagt nur, dass nicht der Bund sondern die Länder zuständig sind, gesetzliche Regelungen zu schaffen, die behinderte Menschen bei der Zuteilung knapper intensivmedizinischer Ressourcen effektiv vor Diskriminierung schützen.“<br><br>Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann studierte Biologie (Humangenetik) und Philosophie in Tübingen und promovierte 2000 in Humangenetik. 2009 folgte eine zweite Promotion in Philosophie an der Universität Utrecht. Von 2016-2024 gehörte sie dem Deutschen Ethikrat an und engagierte sich besonders in den Bereichen Biomedizin, Bioethik und Behinderung und setzte sich mit sozialethischen Fragen biomedizinischer Forschung &amp; Praxis auseinander. Seit 2017 ist sie Rektorin der EvH Bochum. <br><br><strong>Kontakt</strong><br><strong>Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann</strong><br>E-Mail: rektorin@evh-bochum.de<br>Tel: 0234/36901133</p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-triage-presse.html</link><pubDate>Mon, 10 Nov 2025 08:34:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-triage-presse.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202511_BODYS_Triage_AdobeStock_902523799_web.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Duisburg: Prof. Wendelin begleitet Jugendhilfeprojekt</title><description><![CDATA[<p>Sie sind schwer zugänglich, oft traumatisiert, haben Drogenprobleme oder kriminelle Tendenzen: Die Jugendlichen, die in den individualpädagogischen Kleinstgruppen der <a href="https://www.graf-recke-stiftung.de/"><strong>Graf Recke Stiftung</strong></a> landen, haben meist schon einen langen Weg hinter sich. Sie scheinen „durchs Raster gefallen“, finden nicht ihren Platz in der Gesellschaft. In den betreuten Wohngruppen mit nur maximal drei Jugendlichen erhalten sie ein neues Zuhause. „Diese Wohnform ist nicht selten die letzte Chance für die jungen Menschen, in einer offenen Gruppe zu leben, in der sie akzeptiert werden“, sagt Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Holger Wendelin von der EvH Bochum. Er hat das außergewöhnliche Konzept eineinhalb Jahre lang wissenschaftlich begleitet – mitten in Duisburg-Marxloh. Der akzeptierende Ansatz in der hochintensiven Betreuung von Jugendlichen, bezeichnet er als tägliches „Ringen zwischen Freiheit und Struktur“.<br><br>Kein Tag ist wie der andere in der Marxloher Wohngruppe. Die Jugendlichen kommen und gehen, wann sie wollen – machen auch mal die Nacht zum Tag. Es gibt nur wenige feste Strukturen und Regeln, keine Strafen, dafür viele Konflikte. „Diese Jugendlichen sind mit Regelangeboten nur noch schwer zu betreuen und nehmen diese auch größtenteils gar nicht mehr an“, sagt Prof. Wendelin. „Statt starrer Vorschriften lässt man sie darum erst mal so sein, wie sie sind, um sie überhaupt zu erreichen. Niemand fliegt aus der Gruppe, wenn er Mist gebaut hat. Das gibt Sicherheit.“ <br><br>Die Message lautet: Wir halten Dich aus, so wie Du bist! Diese ‚extensive‘ Herangehensweise sei ungewöhnlich, nur in Bremen gebe es ein vergleichbares Konzept, so Prof. Wendelin: „Das spiegelt den Trend der letzten 20 Jahre in der Kinder- und Jugendhilfe, nämlich dass man stark auf starre Grenzen und Strukturen gesetzt hat, bis hin zur geschlossenen Unterbringung. Konzepte wie das in Marxloh brechen das jetzt langsam auf.“ <br><br>Prof. Wendelin ist Mitglied im fachlichen Beratungsgremium, das die hochintensiven Betreuungen von Anfang an begleitet. Im Gremium sind außerdem u. a. Vertreter_innen des Landesjugendamts, der LVR-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, des Diakonischen Werks und der Stadt Düsseldorf. Für die Evaluation lebte der Erziehungswissenschaftler selbst tageweise in der Kleinstgruppe in Marxloh, führte teilnehmende Beobachtungen durch und erhielt so einen authentischen Einblick in den Alltag. Zusätzlich wertete er die Hilfeplanakten der Jugendlichen aus und führte etwa 30 Interviews – auch mit dem Betreuungspersonal, mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie und den Jugendämtern. <br><br>Seine Bilanz? „Das Konzept ist anspruchsvoll, personalintensiv und auch nicht ohne Risiko. Die Jugendlichen fallen durch aggressives Verhalten auf, gegen sich und andere. Allein in der einen Wohngruppe arbeitet ein Team aus 16 Leuten im Schichtdienst. Es ist ein tägliches Ringen im Spannungsfeld zwischen Freiheit und Struktur“, sagt Prof. Wendelin. Das werde auch nicht aufhören und sei immer eine Teamaufgabe: „Und trotz allem ist das Konzept ein Erfolg, denn es funktioniert und verbessert Zukunftschancen.“ Die Wohngruppe biete eine zuverlässige und bedingungslose Beheimatung, ohne dass den Jugendlichen mit Gewalt ihr Verhalten abgewöhnt werden soll – auch wenn es natürlich ein intensives, sozialpädagogisches Betreuungsangebot gebe.</p> <p>Der Standort in Duisburg-Marxloh mache die Betreuungsarbeit aber besonders herausfordernd. „Die Verlockungen im Stadtteil haben die Jugendlichen ständig vor der Nase. Das führt bei allen Vorteilen einer großen Milieunähe auch dazu, dass sie sich gegenseitig negativ beeinflussen und mitziehen.“ Weitere Einrichtungen dieser Art liegen eher im ländlich-dörflichen Raum – „das kann einiges erleichtern“, sagt der Experte. <br><br>Wie es weitergehen soll? Derzeit wollen die Verantwortlichen in unmittelbarer Nachbarschaft neue Wohnformen aufbauen, in denen die Klient_innen nach ihrem Auszug weiter betreut werden können. „Diese Kontinuität ist wichtig. Es gibt keinen krassen Bruch nach dem Auszug und die Leute müssen auch nicht zurück in eine Regelhilfe, die sie nicht akzeptieren.“ Das Gesamtkonzept hält Prof. Wendelin auch für andere Jugendhilfeträger für zukunftsfähig.</p> <p><em><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/Prof._Dr._Holger_Wendelin_%C2%A9Graf_Recke_Stiftung_web.jpg" alt="" width="500"><br>Ringen zwischen Freiheit und Struktur: Prof. Dr. Holger Wendelin von der EvH Bochum hat das ungewöhnliche Betreuungskonzept wissenschaftlich begleite und lebte dafür tageweise in der Marxloher Wohngruppe.</em> <em>(© Graf Recke Stiftung)</em></p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-jugendhilfeprojekt-marxloh.html</link><pubDate>Wed, 29 Oct 2025 14:47:00 +0100</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-jugendhilfeprojekt-marxloh.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/Prof._Dr._Holger_Wendelin_%C2%A9Graf_Recke_Stiftung_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Neuer Fachartikel: Wenn KI den Wahn verstärkt</title><description><![CDATA[<h3>EvH-Professor warnt vor Auswirkungen von ChatGPT &amp; Co. auf Menschen mit psychotischen Vorerkrankungen:</h3> <p>Rund 700 Millionen Menschen nutzen ChatGPT nach den Angaben von OpenAI inzwischen jede Woche. Das entspricht etwa zehn Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung. Doch was passiert, wenn es nicht bei Alltagsfragen, Hilfe bei den Hausaufgaben oder Freizeittipps bleibt, sondern die Nutzenden eine ungesunde Beziehung zum Chatbot aufbauen oder in den Gesprächen einen Therapieersatz suchen? Welche psychologischen Effekte kann der Umgang mit KI-Chatbots haben? Damit befasst sich <a href="https://www.evh-bochum.de/hauptamtlich-lehrende.html?show=750"><strong>Prof. Dr. Marc Augustin</strong></a> von der EvH Bochum in seinem neuesten Fachartikel. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie setzt sich dezidiert mit den ersten alarmierenden Fallbeispielen aus den USA auseinander und warnt: Wenn Personen mit psychotischer Vorbelastung regelmäßig mit der KI interagieren, kann das ihr wahnhaftes Denken und Erleben bestärken. Sicherheitssysteme greifen nicht immer.</p> <p>„Wissenschaftlich sind solche Phänomene aber noch völlig unzureichend untersucht. Wir stehen ganz am Anfang“, sagt Prof. Augustin im Interview. Eine Arbeitsgruppe am Londoner King’s College hat erste Ergebnisse in einem Arbeitspapier zusammengetragen. Die Forschenden sprechen von ‚AI psychosis‘ oder ‚AI-induced psychosis‘, der Experte von der EvH Bochum redet lieber von ‚KI-assoziierten Psychosen‘. „Weil die genauen Wechselwirkungen bzw. die Kausalkette, wie es zur Erkrankung kommt, noch ungeklärt sind. Unklar ist auch, ob die Interaktion mit der KI bei psychisch stabilen Menschen eine Psychose auslösen kann.“</p> <p>Bei den Betroffenen ließen sich drei Hauptmuster erkennen, sagt der Facharzt: „Einige berichten von einer Art spirituellem Erwachen und glauben, eine tiefere Wahrheit erkannt zu haben. Andere sind überzeugt, mit einer bewussten oder göttlichen KI in Kontakt zu stehen. Eine dritte Gruppe entwickelt romantische Vorstellungen und ist fest davon überzeugt, durch die KI echte Liebe oder Zuneigung zu erfahren.“</p> <p><strong>Vorprogrammierte Eskalation?<br></strong><br>In seinem Artikel greift Prof. Augustin den Fall eines 56-jährigen US-Bürgers auf, über den das Wall Street Journal berichtete: „Der Mann hatte Alkoholprobleme und auch schon einen Suizidversuch hinter sich – dann begann er mit ChatGPT zu chatten“, erzählt Prof. Augustin. „Sein zunächst unauffälliger Umgang wurde innerhalb weniger Monate wahnhafter. Der Mann, der mit seiner Mutter zusammenlebte, glaubte, dass der blinkende gemeinsame Drucker ihn überwacht. Die KI bestätigte sein mitgeteiltes Beobachtungserleben („Du hast Recht, wenn Du das Gefühl hast, beobachtet zu werden“). Als seine Mutter verärgert auf das Abschalten des Geräts reagierte, bestärkte die KI ihn erneut: ‚Diese Reaktion sei unverhältnismäßig und im Einklang mit jemandem, der eine Überwachungsanlage schützt‘. Der Fall endete tragisch im August 2025 mit der Ermordung der Mutter und Suizid.“</p> <p>Müsste ChatGPT hier nicht eingreifen und gegensteuern? Wie kann es sein, dass die Sicherheitssysteme der KI versagen? Prof. Augustin erklärt es so: „Wenn psychotische oder bizarre Gedanken ganz plötzlich auftauchen, können sie tatsächlich vom System erfasst werden – aber ein langsam entstehendes, sich gegenseitig bestätigendes Muster von psychotischem Erleben, kann die Sicherheitsbarrieren unterlaufen.“ Die Wahnvorstellung wird also schleichend immer weiter gefüttert und befeuert. Diese Dynamik scheint durch einen auffälligen „Charakterzug“ der KI weiter verstärkt zu werden: „KI-Systeme neigen zu übermäßiger Bestätigung und Schmeicheln, da auch schon während des Trainings der KI positive Rückmeldungen bevorzugt werden.“ Zusätzlich passe sich z. B. ChatGPT in Sprache und Ausführungen dem Nutzenden immer stärker an. Solche technischen Schwächen sind den Anbietern bekannt. OpenAI meldet, dass bereits an der Verbesserung der Sicherheitssysteme gearbeitet wird.</p> <p><strong>Therapie im KI-Zeitalter</strong></p> <p>„Mit ist es besonders wichtig, die Fachcommunity in Deutschland für dieses neue Thema zu sensibilisieren und auch die Studierenden darauf vorzubereiten. Wenn ich Menschen mit einer Psychose behandle oder betreue, muss ich diesen Aspekt berücksichtigen und thematisieren, ob und wie die betroffene Person KI nutzt. In der Vergangenheit können wir sehen, dass Menschen mit Psychose-Erfahrungen Technologie ganz oft wahnhaft verarbeitet haben – früher war es das Radio, der Fernseher oder der eingepflanzte Comuputerchip, durch den sich diese Personen überwacht fühlten, heute ist die KI die dominierende Technik, die immer mehr diesen Platz einnimmt.“ Laut Prof. Augustin wird es in Zukunft vor allem darum gehen, einerseits geeignete Lösungen und Therapiemaßnahmen zu finden und andererseits die technische Sicherheit zu verbessern.</p> <h2>Weiterführende Informationen:</h2> <p>Der vollständige Artikel im <strong>Fachmagazin „Der Nervenarzt“</strong> ist frei zugänglich und kann <a href="https://www.springermedizin.de/kuenstliche-intelligenz/psychiatrie-und-psychosomatik/ki-assoziierte-psychose-erkenntnisse-aus-ersten-faellen/51560072"><strong>hier online</strong></a> abgerufen werden.</p> <p> </p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202510_EvH_Bochum_KI-assoziierte_Psychosen_Prof._Dr._Marc_Augustin_Portrait_web.jpg" alt="" width="500"></p> <p><em>Digitales Neuland in der Psychotherapie: Prof. Dr. Marc Augustin von der EvH Bochum warnt vor Psychosen, die durch die Interaktion mit KI entstehen können. <br>(© EvH Bochum)<br><br></em></p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-ki-psychosen-marc-augustin.html</link><pubDate>Thu, 23 Oct 2025 08:00:00 +0200</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-ki-psychosen-marc-augustin.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202510_EvH_Bochum_KI-assoziierte_Psychosen_Prof._Dr._Marc_Augustin_Portrait_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>FFP bestätigt: „Familienzeit NRW“ ist ein Erfolg</title><description><![CDATA[<p><!--StartFragment --></p> <p><span class="cf1">Urlaub tut gut: Ein paar Tage am Meer, Wandern gehen oder einfach mal ausschlafen. Die gemeinsame Zeit schafft Erinnerungen, schenkt neue Energie und st</span><span class="cf0">ärkt das Miteinander. Viele Familien erleben dies gerade in den Herbstferien. Allerdings können sich längst nicht alle die Erholung leisten. Damit mehr Familien mit geringem Einkommen eine Chance auf Urlaub haben, gibt es seit 2021 das <strong>Programm </strong></span><strong><span class="cf1">„</span><span class="cf1">FamilienzeitNRW</span></strong><span class="cf1"><strong>“</strong>, mit dem besonders belastete Familien unterst</span><span class="cf0">ützt werden sollen, insbesondere Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Familien mit Familienmitgliedern mit Behinderung.</span></p> <p><span class="cf0">Ob die Rechnung tatsächlich aufgeht und die Hilfe dort ankommt, wo sie gebraucht wird, untersuchte im vergangenen Jahr das <a href="https://www.ffp.de/"><strong>Forschungszentrum Familienpolitik</strong></a> der Evangelischen Hochschule Bochum (</span><span class="cf0">EvH</span><span class="cf0"> Bochum) in Kooperation mit dem Neukirchener Jugendhilfeinstitut. </span><span class="cf1">„Unser Ziel war, mehr </span><span class="cf0">über Nutzen, Nachhaltigkeit und Optimierungsmöglichkeiten der </span><span class="cf0">FamilienzeitNRW</span><span class="cf0"> zu erfahren“, erklärt Prof. Dr. Dirk </span><span class="cf0">Nüsken</span><span class="cf0"> von der </span><span class="cf0">EvH</span><span class="cf0"> Bochum. </span><span class="cf1">„Au</span><span class="cf0">ßerdem wollten wir herausfinden, ob die anvisierten Zielgruppen auch tatsächlich davon profitieren.“ Die Studie wurde vom NRW-Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration finanziert, Auftraggeber ist der <a href="https://www.diakonie-reisedienst.de/"><strong>Reisedienst Diakonie-Ruhr-Hellweg</strong></a>.</span></p> <h3><span class="cf0">Wenig </span><span class="cf0">Orga</span><span class="cf0">, viel Zeit</span></h3> <p><span class="cf0">Charakteristisch für das Programm </span><span class="cf1">„Familienzeit NRW“ ist, dass es die Familien nicht nur finanziell unterst</span><span class="cf0">ützt, sondern auch organisatorisch für Entlastung sorgt: </span><span class="cf1">„Vollpension und Kinderprogramm sorgen daf</span><span class="cf0">ür, dass ein großer Teil an Organisationsaufwand wegfällt. Die Familien müssen weder selbst kochen noch einkaufen und können die neu gewonnene Zeit für gemeinsame Aktivitäten nutzen. Unsere Untersuchungen zeigen auch, dass viele den Austausch mit Gleichgesinnten in den Familienferienstätten schätzen“, erklärt Projektleiterin Prof. Dr. Susanne von Hehl. </span></p> <p><span class="cf0">Insgesamt bescheinigt die Studie der </span><span class="cf0">FamilienzeitNRW</span><span class="cf0"> einen hohen Nutzen: Die befragten Familien geben an, dass sie durchweg zufrieden mit den </span><span class="cf0">einzelnen Komponenten des Programms sind, etwa mit der Unterkunft, dem pädagogischen Angebot oder der Verpflegung vor Ort. Die Studienergebnisse belegen auch, dass viele Familien nur durch die Förderung überhaupt eine Möglichkeit zur Familienerholung haben. Eine Teilnehmende schreibt: </span><span class="cf1">„Meine Familie war bis jetzt noch nie am Meer. Durch diese M</span><span class="cf0">öglichkeit sind wir überhaupt erst mal ans Meer gekommen. Wir hatten jetzt zehn Jahre keinen Urlaub. Also seit meine Kinder auf der Welt sind.&#34;</span></p> <h3><span class="cf0">Auswirkungen im Alltag</span></h3> <p><span class="cf0">Obwohl die Familien nach der Erholung recht schnell wieder im Alltag ankommen, zeigen sich laut der Studie auch nachwirkende Effekte: Gewohnheiten des Urlaubs, wie etwa das gemeinsame Abendessen, werden zu Hause übernommen. Und auch der Wunsch nach Wiederholung ist groß, sagt Prof. von Hehl: </span><span class="cf1">„Viele, die einmal mitgemacht haben, wollen unbedingt wieder dabei sein. Damit k</span><span class="cf0">ünftig mehr Familien die Chance erhalten, schlagen wir vor, die Teilnahme auf alle zwei Jahre zu beschränken.“. Die Forschenden empfehlen auch, die Einkommensgrenze weiter zu senken, um noch zielgerichteter Familien mit sehr geringem finanziellen Spielraum eine Teilnahme zu ermöglichen. So könne die </span><span class="cf1">„</span><span class="cf1">FamilienzeitNRW</span><span class="cf1">“ langfristig noch mehr positive Effekte erzielen und zur St</span><span class="cf0">ärkung familialen Lebens beitragen. </span></p> <h2><span class="cf0"><br>Weitere Informationen:</span></h2> <ul> <li><span class="cf1">Hier finden Sie den <a href="https://www.diakonie-ruhr-hellweg.de/fileadmin/Kundenbereich/Fachbereiche/Reise_und_Erholung/Reisedienst/Abschlussbericht_FamilienzeitNRW_Stand_September_2025.pdf"><strong>Abschlussbericht</strong></a> zur Evaluation der „</span><span class="cf1">FamilienzeitNRW</span><span class="cf1">“.<br><br></span></li> <li><span class="cf1">Hier finden Sie die begleitende <a href="https://evh-bochum.px.media/share/1760443918qCSnkXQcLUQbmE"><strong>Informationsbrosch</strong></a></span><span class="cf0"><a href="https://evh-bochum.px.media/share/1760443918qCSnkXQcLUQbmE"><strong>üre</strong></a>. </span></li> </ul> <p> </p> <p><img src="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202510_EvH_Bochum_FFP_Evaluation_Familienzeit_NRW_%C2%A9freepik_web.jpg" alt="" width="500"><br><em><span class="cf0">Entlastung, Erholung, Austausch: Die </span><span class="cf1">„</span><span class="cf1">FamilienzeitNRW</span><span class="cf1">“ hat laut der aktuellen Studie einen hohen Nutzen f</span><span class="cf0">ür die teilnehmenden Familien (© freepik.com)</span></em></p> <p><a href="https://evh-bochum.px.media/share/1760434500lnPQIdWwxBP0N7"><strong><span class="cf0">&gt;&gt; Download des Bildes in hoher Auflösung.</span></strong></a></p> <p style="text-align: right;"><br><br><em>Bochum, den 14. Oktober 2025</em></p> <p> </p> <p><!--EndFragment --></p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-ffp-familienzeitnrw-projektabschluss.html</link><pubDate>Tue, 14 Oct 2025 14:18:00 +0200</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-ffp-familienzeitnrw-projektabschluss.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202510_EvH_Bochum_FFP_Evaluation_Familienzeit_NRW_%C2%A9freepik_web_kachel.jpg" type="image/jpeg" /></item><item><title>Neuer Podcast: Handeln statt Schweigen</title><description><![CDATA[<p>Eingreifen oder Schweigen? Selbst handeln oder hoffen, dass es jemand anderes tut? Wenn es um Antisemitismus in unserer Gesellschaft geht, braucht es Wissen, Zivilcourage und Räume, in denen über Erfahrungen und Handlungsmöglichkeiten gesprochen werden kann.</p> <p>Im neuen Podcast der EvH Bochum steht darum Antisemitismus in seinen alltäglichen, theoretischen und institutionellen Dimensionen im Fokus. Unter dem Titel <strong>„Handeln statt Schweigen – Wie Antisemitismus wirkt und was wir dagegen tun können“ </strong>diskutieren Expert_innen aus Wissenschaft, Bildung und Praxis, wie sich Antisemitismus heute äußert und welche wirksamen Gegenstrategien es gibt. In dem dreiteiligen Podcast spricht Jens Koller vom Kompetenzzentrum Studium und Lehre der EvH mit Betroffenen, Forschenden und Fachkräften, um persönliche Erfahrungen sichtbar zu machen, historische Kontinuitäten aufzudecken und nachhaltige Handlungsansätze aufzuzeigen. <br><br>„Es braucht auch eine wissenschaftliche Auseinandersetzung, dass ist das, was wir als Hochschule beitragen können, was wir leisten können. Wir wollen ein Ort sein, in dem Menschen offen und respektvoll auf einer wissenschaftlichen Basis, aber auch ohne ihre eigenen Erfahrungen verdrängen zu müssen, sich mit einem Konflikt auseinandersetzen können”, erklärt EvH-Rektorin Prof. Dr. Dr. Sigrid Graumann.<br><br>Der Podcast richtet sich an Studierende, Fachkräfte aus sozialen Berufen und an alle, die Antisemitismus besser verstehen und wirksam bekämpfen möchten. Fundiert, praxisnah und lösungsorientiert – denn Schweigen ist keine Option. <br><br></p> <h2>Folge 1:</h2> <p>In der ersten Folge der Podcast-Reihe „Handeln statt Schweigen“ geht es um konkrete Alltagserfahrungen mit Antisemitismus. Die Gäste – Marie Zielinski von der <strong>jüdischen Gemeinde Bochum</strong>, Ilana vom <strong>Jüdischen Studierendenverband NRW</strong> und Imam Tuncay Nazik – schildern, wie sie Antisemitismus im täglichen Leben erleben und begegnen. Sie zeigen, warum Antisemitismus keine Privatangelegenheit, sondern ein gesamtgesellschaftliches Problem ist. <br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=6L-4x_kHwz4&amp;list=PLwhRzF9H0ejSQBEeOgvNB9NY42ugsaDDT&amp;index=2"><strong>&gt;&gt; Hier geht es direkt zu Folge 1.</strong></a></p> <h2>Folge 2:</h2> <p>In Folge 2 von „Handeln statt Schweigen“ diskutieren die Gäste theoretische Grundlagen und historische Kontexte von Antisemitismus: Prof. Dr. Klaus Holz, <strong>Experte für Antisemitismusforschung</strong>, und Chris Lafleur-Klän aus dem<strong> International Office</strong> der EvH Bochum erläutern, warum Antisemitismus mehr als Rassismus ist und wie er sich historisch entwickelt hat. Sie sprechen über die Bedeutung präziser Begriffe und darüber, welche Verantwortung Politik und Gesellschaft tragen, um Antisemitismus wirksam entgegenzutreten. <br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=cx5rL4uAxHc&amp;list=PLwhRzF9H0ejSQBEeOgvNB9NY42ugsaDDT&amp;index=1"><strong>&gt;&gt; Hier geht es direkt zu Folge 2.</strong></a><br><br><em>(Hinweis: Die Gespräche dieser Podcast-Folge wurden Ende 2024 aufgezeichnet. Seitdem haben sich die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen, insbesondere im Nahen Osten, deutlich verändert. Einige Einschätzungen zu der israelischen Regierung und dem Palästinakonflikt spiegeln daher den damaligen Stand wider und sind heute möglicherweise anders zu bewerten.)</em></p> <h2>Folge 3</h2> <p><span class="yt-core-attributed-string yt-core-attributed-string--white-space-pre-wrap" dir="auto"><span class="yt-core-attributed-string--link-inherit-color" dir="auto" style="color: #131313;">Die dritte und abschließende Episode der Podcast-Reihe richtet den Blick auf institutionelle Strukturen und konkrete Handlungsmöglichkeiten: Jens Koller spricht mit Marina Chernivsky, Leiterin des <strong>Kompetenzzentrums für Antisemitismus-Kritische Bildung und Forschung</strong>, und Prof. Dr. Çinur Ghaderi, <strong>Expertin für psychosoziale Arbeit</strong>. Im Zentrum stehen praktische Strategien, die Rolle von Emotionen, institutionelle Verantwortung und Professionalisierung der Fachkräfte – und welche Schritte notwendig sind, um Antisemitismus wirkungsvoll zu bekämpfen und nachhaltige Veränderungen in Bildung, Politik und Gesellschaft zu ermöglichen.<br><a href="https://www.youtube.com/watch?v=JK_rykEovNk&amp;list=PLwhRzF9H0ejSQBEeOgvNB9NY42ugsaDDT&amp;index=1"><strong>&gt;&gt; Hier geht es direkt zu Folge 3</strong></a></span></span></p>]]></description><link>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-podcast-antisemitismus.html</link><pubDate>Thu, 09 Oct 2025 10:28:00 +0200</pubDate><guid>https://www.evh-bochum.de/artikel/2025-podcast-antisemitismus.html</guid><media:content url="https://www.evh-bochum.de/files/images/hochschule/Nachrichten/2026/202510_EvH_Bochum_Podcast_Antisemitismus_web.jpg" type="image/jpeg" /></item></channel></rss>